Forscher verbinden Klimawandel mit Lebensmittelsicherheit

Forscher verbinden Klimawandel mit Lebensmittelsicherheit
Forscher verbinden Klimawandel mit Lebensmittelsicherheit
Anonim

Der Klimawandel kann unsere Lebensmittelsicherheit auf verschiedene Weise beeinträchtigen. In einer europäischen Studie stellen Forscher der Universitäten Wageningen und Gent (Belgien) fest, dass häufig ein Zusammenhang zwischen langfristigen Temperatur- und Niederschlagsänderungen und der Kontamination von Gemüse und Obst besteht. Beispielsweise kann es bei Überschwemmungen zu erhöhten Konzentrationen schädlicher Bakterien kommen, die durch UV-Licht schnell wieder abgebaut werden können. In ähnlicher Weise können in einer Region Pilze, die Toxine produzieren, aufgrund der globalen Erwärmung zunehmen, während sie in anderen Regionen abnehmen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in einer Sonderausgabe der von ihnen herausgegebenen Fachzeitschrift Food Research International veröffentlicht.

Können wir in Zukunft in einem sich verändernden Klima weiterhin unbedenkliches Gemüse und Obst essen oder wird dies unter Druck geraten? Diese Frage stellen sich die Forscher aus Gent und Wageningen. In dem Sonderheft haben sie neueste Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensmittelsicherheit zusammengestellt. Die Sonderausgabe wurde von Forschern initiiert und enthält mehrere Artikel aus dem von der Europäischen Union finanzierten Projekt Veg-i-Trade.

Dies sind die ersten Studien zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Lebensmittelsicherheit. Die Forscher finden, dass es allen Grund gibt, diese Forschung auszuweiten. Sie glauben, dass mehr Szenarioanalysen, die seit Jahren in Klimastudien im Allgemeinen verwendet werden, auch in die Lebensmittelsicherheitsforschung aufgenommen werden sollten. Eine der ersten Szenarioanalysen wurde in die Veg-i-Trade-Studie aufgenommen.

Feldstudien und statistische Analysen im Rahmen des Veg-i-Trade-Projekts zeigen, dass tatsächlich oft ein Zusammenhang zwischen Gemüse- und Obstkontamination und Klimavariablen wie Temperatur und Niederschlag besteht.Eine Vorstudie zu Giftstoffen aus Pilzen zeigt beispielsweise, dass Ende des 21. Jahrhunderts in Polen mit einem erhöhten Kontaminationsrisiko für Tomaten zu rechnen ist. In Spanien wird es dann allerdings zu heiß für diese Art von Pilzen, sodass das Risiko einer Ansteckung geringer ist. Eine andere Studie zeigt, dass in einem überschwemmten Salatfeld die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen durch den Klimawandel steigt, was zu einer höheren Konzentration schädlicher Bakterien führt. UV-Licht lässt diese Konzentrationen dann schnell wieder sinken.

Eine Studie zu möglichen Formen der Anpassung an den Klimawandel kommt zu dem Schluss, dass die Anpassung an den künftigen Klimawandel für verschiedene Länder, Branchen und Unternehmen sehr unterschiedlich sein muss. Nach dieser Forschung muss hier der Fokus auf der Steigerung der Anpassungsfähigkeit liegen.

Veg-i-Trade Die Überblicksforschung Gent-Wageningen ist Teil des europäischen Projekts Veg-i-Trade. Von Mai 2010 bis April 2014 forschten 22 Partner (Universitäten, Forschungszentren, KMU und große Industriepartner) aus zehn Ländern an Viren wie dem Norovirus, Bakterien wie Salmonellen und E.coli sowie Pilz- und Pestizidrückstände auf frischem Gemüse und Obst. Veg-i-Trade untersucht die möglichen Auswirkungen der Globalisierung und des Klimawandels auf die Lebensmittelsicherheit dieser Frischprodukte.

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