Experten fordern den Ersatz von Bleimunition durch Stahl im Schießsport

Experten fordern den Ersatz von Bleimunition durch Stahl im Schießsport
Experten fordern den Ersatz von Bleimunition durch Stahl im Schießsport
Anonim

Raimon Guitart, Dozent für Toxikologie an der UAB, und Vernon Thomas, emeritierter Professor der University of Guelph, analysierten in einem in der Zeitschrift AMBIO veröffentlichten Artikel ausführlich die Umweltauswirkungen der Verwendung von Bleimunition im Schießsport. Obwohl die Zahl der olympischen Athleten, die sich auf diese Sportarten spezialisieren, reduziert ist und die Munition nach den Wettkämpfen geborgen und recycelt wird, gibt es viele Amateure, die diesen Sport auf der ganzen Welt ausüben, was es fast unmöglich macht, die Munition nach dem Gebrauch wiederzugewinnen.

Forscher zeigen, dass das Üben für diese Athleten bedeutet, jede Woche ungefähr tausend Kartuschen pro Person zu verbrauchen, mit einer jährlichen Streuung von 1.3 Tonnen Blei. Dieses Metall stellt eine Kontaminationsgefahr für das Land dar und könnte Tiere, insbesondere Vögel, vergiften, da sie die Munition mit kleinen Steinen verwechseln und verschlucken.

Obwohl seit zehn Jahren eine alternative, ungiftige Sportmunition aus Stahl zur Verfügung steht, überlässt das Internationale Olympische Komitee die Munitionsvorschriften dem International Shooting Sport Federation (ISSF), der nur Bleimunition akzeptiert offizielle Wettkämpfe. Das führt dazu, dass Länder wie Dänemark, Schweden und die Niederlande, in denen Bleimunition verboten ist, Ausnahmen im Training und Wettkampf ihrer Athleten machen müssen.

Die Forschung weist darauf hin, dass sich Blei je nach Gelände auflösen und in unterirdischen Gewässern ausbreiten und später von der Vegetation absorbiert werden kann. In der Tschechischen Republik wurden Fälle beschrieben, in denen Ackerland durch Blei aus dem Schießsport kontaminiert wurde, wobei das Blei auf Getreidekulturen überging; in Finnland, wo Berichten zufolge Blaubeerfelder kontaminiert waren, und in Neuseeland.

Zusätzlich zu Blei zeigen die Untersuchungen, dass mit diesem Metall hergestellte Munition Arsen und Antimon enthält, zwei giftige Metalle, die in den Boden sickern, wenn sich die Munition zersetzt, und die ebenfalls zur Erhöhung der Umweltrisiken dieses Sports beitragen.

Laut den Autoren könnte das Problem der Verwendung von Blei als Munition vor 2020 gelöst werden, mit neuen regulatorischen Maßnahmen und durch den schrittweisen Ersatz dieser giftigen Munition durch Stahl.

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