Abbruch randomisierter klinischer Studien häufig

Abbruch randomisierter klinischer Studien häufig
Abbruch randomisierter klinischer Studien häufig
Anonim

Ungefähr 25 Prozent von etwa 1.000 randomisierten klinischen Studien, die zwischen 2000 und 2003 begonnen wurden, wurden abgebrochen, wobei der am häufigsten genannte Grund eine schlechte Rekrutierung von Freiwilligen war; und weniger als die Hälfte dieser Studien meldeten den Abbruch einer Forschungsethikkommission oder wurden jemals veröffentlicht, laut einer Studie in der JAMA-Ausgabe vom 12. März.

Die Durchführung hochwertiger randomisierter klinischer Studien (RCTs) ist anspruchsvoll und ressourcenintensiv. Studien werden oft nicht wie geplant durchgeführt oder vorzeitig abgebrochen, was ethische Bedenken aufwirft, insbesondere wenn Ergebnisse nicht gemeldet werden, und eine erhebliche Verschwendung knapper Forschungsressourcen darstellen kann.Derzeit ist laut Hintergrundinformationen im Artikel wenig über die Merkmale und die Veröffentlichungsgeschichte abgebrochener Studien bekannt.

Benjamin Kasenda, M.D., vom Universitätsspital Basel, Schweiz, und Kollegen untersuchten die Merkmale von 1.017 Studien, die von 6 Ethikkommissionen in der Schweiz, Deutschland und Kanada zwischen 2000 und 2003 genehmigt wurden. Letztes Follow-up von diesen RCTs war der 27. April 2013.

Unter den Erkenntnissen der Forscher:

  • Insgesamt wurden 253 RCTs (24,9 Prozent) abgebrochen;
  • Nur 38 Prozent der Abbrüche wurden Ethikkommissionen gemeldet;
  • RCTs wurden am häufigsten wegen schlechter Rekrutierung abgebrochen (9,9 Prozent), gefolgt von administrativen Gründen (3,8 Prozent) und Sinnlosigkeit (3,3 Prozent);
  • Obwohl ein Abbruch bei RCTs mit Patienten üblich war (28 Prozent), war dies bei RCTs mit gesunden Probanden selten (3 Prozent);
  • Abgebrochene Studien blieben mit größerer Wahrscheinlichkeit unveröffentlicht als abgeschlossene Studien, ebenso wie Studien, die von der Industrie gesponsert wurden;
  • Studien mit Prüfarzt-Sponsoring (im Vergleich zu Industrie-Sponsoring) wiesen ein höheres Risiko auf, aufgrund schlechter Rekrutierung abgebrochen zu werden.

"Es sind größere Anstrengungen erforderlich, um sicherzustellen, dass der Studienabbruch den Ethikkommissionen gemeldet und die Ergebnisse abgebrochener Studien veröffentlicht werden", schlussfolgern die Autoren.

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