Starke elterliche Netzwerke: Nicht für alle Kinder gut

Starke elterliche Netzwerke: Nicht für alle Kinder gut
Starke elterliche Netzwerke: Nicht für alle Kinder gut
Anonim

Die sozialen Netzwerke der Eltern wirken sich auf den Bildungserfolg ihrer Kinder aus. WZB-Wissenschaftlerin Anette Fasang und zwei US-amerikanische Kollegen haben im Detail untersucht, wie sich elterliche Netzwerke auf die Bildungskarrieren von Jugendlichen auswirken. Ihre Ergebnisse zeigen, dass enge Kontakte zwischen den Eltern vor allem Schülern in wohlhabenden Gemeinden zugute kommen. Im Gegensatz dazu benachteiligt der häufige informelle Elternaustausch in wirtschaftlich schwachen Gemeinden die Schüler, indem er soziale Ungleichheiten verstärkt und den sozialen Aufstieg behindert.

Die drei Forscher untersuchten etwa 10.000 Jugendliche und ihre Eltern, die in der US National Longitudinal Study of Adolescent He alth (Add He alth) befragt wurden.Der Bildungsstand wurde anhand des Notendurchschnitts des Abiturzeugnisses (entspricht in etwa dem deutschen Abitur) und der Wahrscheinlichkeit, ein solches überhaupt zu erlangen, definiert.

Je nachdem, wie viele Schüler einer bestimmten Schule in Armut leben, wirken sich starke elterliche Netzwerke günstig oder hemmend auf die schulischen Leistungen ihrer Kinder aus. An Schulen mit einer Schülerarmutsquote von mehr als 30 Prozent haben Schüler, deren Eltern in Elternnetzwerken eingebunden sind, bis zu 5 Prozent weniger wahrscheinlich einen Schulabschluss als Schüler, deren Eltern keine solchen Verbindungen haben. „Angesichts der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit, zunächst einen Schulabschluss zu erreichen, generell hoch ist, ist dies ein unerwartet starker Effekt“, sagt Anette Fasang. An Schulen mit einer Schülerarmutsquote von unter 10 Prozent hingegen stellte das Forschungsteam fest, dass ein regelmäßiger informeller Austausch unter den Eltern dazu beiträgt, den Notendurchschnitt der Schüler zu verbessern und die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses zu erhöhen.Sobald jedoch mehr als 10 Prozent der Schüler einer Schule arm sind, kehrt sich der positive Einfluss informeller Elternnetzwerke um.

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