Social-Media-Botschaften werden bei Großveranst altungen knapper, so eine Studie

Social-Media-Botschaften werden bei Großveranst altungen knapper, so eine Studie
Social-Media-Botschaften werden bei Großveranst altungen knapper, so eine Studie
Anonim

In den letzten ein oder zwei Jahren hattest du vielleicht einige Momente – während Wahlen, Sportveranst altungen oder Wetterereignissen – in denen du eine Flut von Nachrichten auf Social-Media-Seiten wie Twitter verschickt hast.

Du bist natürlich nicht allein: Solche Events erzeugen ein riesiges Volumen an Social-Media-Aktivitäten. Jetzt zeigt eine neue Studie, die von Forschern des Senseable City Lab des MIT veröffentlicht wurde, dass Social-Media-Nachrichten kürzer werden, wenn das Aktivitätsvolumen zu diesen bestimmten Zeiten steigt.

"Dies hilft uns, besser zu verstehen, was vor sich geht - die Art und Weise, wie wir auf Dinge reagieren, wird schneller und impulsiver", sagt Carlo Ratti, Direktor des Senseable City Lab und außerordentlicher Professor für Praxis am MIT-Department of Urban Studies and Planning.

Nehmen Sie Twitter, wo einzelne Nachrichten ein Limit von 140 Zeichen haben. Die Studie ergab, dass in Zeiten geringerer Aktivität die beliebteste Länge von Tweets zwischen etwa 70 und 120 Zeichen liegt. Aber in Momenten mit viel größerem Datenverkehr – wenn Nachrichten bis zu 200-mal so häufig gesendet werden – beträgt die höchste Tweet-Konzentration nur etwa 25 Zeichen und fällt steil auf einen Tiefpunkt bei etwa der 130-Zeichen-Marke ab.

"Wenn Sie die Rate der Nachrichten gegen die Länge auftragen, können Sie bei [großen] Ereignissen eine mathematische Beziehung zwischen diesen beiden Dingen finden", fügt Michael Szell hinzu, ein Forscher am Senseable City Lab.

Ratti, Szell und der Senseable-City-Forscher Sebastian Grauwin sind Co-Autoren eines neuen Artikels über die Studie „Contraction of online response to major events“, der heute in der Zeitschrift PLoS ONE veröffentlicht wurde.

Drei Worte für Golffans: Du bist der Mann!

Um die Studie durchzuführen, untersuchten die Forscher zu verschiedenen Zeitpunkten Daten aus mehreren Social-Media-Quellen.Die Twitter-Daten zum Beispiel stammen vom April 2012 und beinh alten Tweets zum Thema The Masters, einem der vier großen Golfturniere. In diesem Jahr gewann Golfer Bubba Watson das Turnier in einem dramatischen Stechen gegen Louis Oosthuizen, was zu einer Flut kürzerer Tweets führte.

Wie das Papier lustig anmerkt, enthält ein "großer Teil dieser Tweets den Namen 'Bubba', gefolgt von einer unterschiedlichen Anzahl von Ausrufezeichen."

Weitere Daten, die in der Studie verwendet wurden, umfassen Social-Media-Aktivitäten während der Wahlnacht in den USA im November 2012 und während eines großen Schneesturms im Februar 2013.

"Wir wollten sehen, ob das Twitter-spezifisch ist oder ob es auch in anderen Medien vorkommt", sagt Szell. „Grundsätzlich haben wir diesen Effekt jedes Mal festgestellt, wenn ein Ereignis stattfand. Und wenn kein Ereignis stattfand, haben wir diesen Effekt nicht festgestellt.“

Das Senseable City Lab führt groß angelegte Datenprojekte durch, die oft auf mobiler Technologie oder sozialen Medien basieren, um Aktivitätsmuster in städtischen Umgebungen oder zwischen technologisch verbundenen Netzwerken von Menschen zu bewerten.

"Es geht darum, spezifische Signaturen des Verh altens von Menschen in jedem Aspekt ihres Lebens zu erkennen, sei es beim Twittern, Kommentieren oder Bewegen", sagt Grauwin, der im Senseable City Lab via a arbeitet Stipendium beim Technologieunternehmen Ericsson.

Die aktuelle Studie enthüllte auch, was Grauwin einen "Frustindex" bei einigen Social-Media-Nutzern nennt: Bei Großveranst altungen stößt nämlich eine kleine Minderheit der Nutzer auf Twitter an die 140er-Grenze.

Ratti schlägt vor, dass weitere Studien zur Nachrichtenlänge weitere Daten aufdecken werden, die für die Gest altung von Social-Media-Plattformen nützlich sein könnten. Er glaubt auch, dass mehr Forschung Aufschluss über die Verh altensmechanismen geben kann, die Menschen dazu bringen, kürzere Nachrichten zu senden: Tun die Menschen dies unabhängig oder als Reaktion auf das Sehen anderer Kurznachrichten?

"Man bekommt so einen Herdeneffekt", sagt Ratti. "Das Papier legt nahe, dass dies ein interessantes Problem ist, das man sich ansehen sollte."

Beliebtes Thema