Menschen neigen dazu, dem Schicksal die Schuld zu geben, wenn sie vor einer schweren Entscheidung stehen

Menschen neigen dazu, dem Schicksal die Schuld zu geben, wenn sie vor einer schweren Entscheidung stehen
Menschen neigen dazu, dem Schicksal die Schuld zu geben, wenn sie vor einer schweren Entscheidung stehen
Anonim

Das Leben ist voller Entscheidungen. Einige, wie zum Beispiel was man zum Frühstück isst, sind relativ einfach. Andere, wie zum Beispiel, ob man für einen neuen Job in die Stadt verlegt werden soll, sind etwas schwieriger. Schwierige Entscheidungen neigen dazu, uns gestresst und unwohl zu fühlen – wir wollen uns nicht verantwortlich fühlen, wenn das Ergebnis nicht wünschenswert ist. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass wir mit solch schwierigen Entscheidungen umgehen, indem wir die Verantwortung für die Entscheidung auf das Schicksal abwälzen.

Die Ergebnisse werden in Psychological Science, einer Zeitschrift der Association for Psychological Science, veröffentlicht.

"Das Schicksal ist ein allgegenwärtiger übernatürlicher Glaube, der sich über Zeit und Ort erstreckt", schreiben die Forscher Aaron Kay, Simone Tang und Steven Shepherd von der Duke University. "Es übt eine Reihe positiver und negativer Auswirkungen auf die Gesundheit, die Bewältigung und sowohl auf das Handeln als auch auf das Nichthandeln aus."

Kay, Tang und Shepherd stellten die Hypothese auf, dass Menschen sich auf das Schicksal berufen könnten, um ihren eigenen Stress und ihre eigenen Ängste zu lindern – eine Art zu sagen: "Es liegt nicht mehr in meiner Hand, ich kann nichts tun."

"Der Glaube an das Schicksal, definiert als der Glaube, dass alles, was passiert, passieren sollte und dass die Ergebnisse letztendlich vorherbestimmt sind, kann besonders nützlich sein, wenn man vor solchen schwierigen Entscheidungen steht", erklären sie.

Um ihre Hypothese zu testen, nutzten die Forscher ein aktuelles Ereignis von erheblicher Bedeutung: die US-Präsidentschaftswahlen 2012.

Sie führten eine Online-Umfrage mit 189 Teilnehmern durch und stellten fest, dass die Teilnehmer größere Schwierigkeiten hatten, sich zwischen Obama und Romney zu entscheiden (z. B. „beide Kandidaten scheinen gleich gut zu sein“, „Ich bin mir nicht sicher, wie ich die Pläne der Kandidaten vergleichen soll “), desto eher glaubten sie an Schicksal (z. B. „Das Schicksal wird dafür sorgen, dass der Kandidat, der schließlich gewählt wird, der Richtige ist“).

In einer zweiten Online-Umfrage manipulierten die Forscher tatsächlich die Entscheidungsschwierigkeiten der Teilnehmer, indem sie es schwieriger machten, zwischen den Kandidaten zu unterscheiden.

Die Teilnehmer lasen echte Grundsatzerklärungen der beiden Präsidentschaftskandidaten vor - einige lasen Zitate der Kandidaten vor, die die Ähnlichkeiten ihrer politischen Positionen betonten, andere lasen Zitate vor, die die Unterschiede betonten.

Wie vorhergesagt, sahen die Teilnehmer, die Aussagen lasen, die Ähnlichkeiten hervorhoben, die Entscheidung zwischen den Kandidaten als schwieriger an und berichteten von einem größeren Glauben an das Schicksal als die Teilnehmer, die Aussagen lasen, die sich auf Unterschiede konzentrierten.

"Die beiden hier vorgestellten Studien liefern konsistente und konvergierende Beweise dafür, dass Entscheidungsschwierigkeiten einen erhöhten Glauben an das Schicksal motivieren können", schreiben Kay und Kollegen.

Die Forscher stellen fest, dass diese Ergebnisse zusätzliche Fragen aufwerfen, die noch beantwortet werden müssen.

Beschwören sich Menschen zum Beispiel auf das Schicksal, wenn sie Entscheidungen treffen müssen, die zwar persönlich, aber nicht von gesellschaftlicher Bedeutung sind, wie zum Beispiel, wo sie Geld anlegen sollen? Und berufen wir uns genauso wahrscheinlich auf Glück oder andere übernatürliche Weltanschauungen, wenn wir vor einer schwierigen Entscheidung stehen?

"Der Glaube an das Schicksal kann die psychologische Belastung einer schwierigen Entscheidung lindern, aber ob dies auf Kosten eines effektiven Entscheidungsprozesses geht, ist eine wichtige Frage für die zukünftige Forschung", schlussfolgern die Forscher.

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