Slacktivismus: „Gefällt mir“auf Facebook kann bedeuten, weniger zu geben

Slacktivismus: „Gefällt mir“auf Facebook kann bedeuten, weniger zu geben
Slacktivismus: „Gefällt mir“auf Facebook kann bedeuten, weniger zu geben
Anonim

Mögliche Spender verzichten auf Spenden, wenn ihnen die Möglichkeit geboten wird, öffentliche Unterstützung für Wohltätigkeitsorganisationen in den sozialen Medien zu zeigen, so eine neue Studie der Sauder School of Business der University of British Columbia.

"Wohltätigkeitsorganisationen gehen fälschlicherweise davon aus, dass die Verbindung mit Menschen über soziale Medien immer zu einer sinnvolleren Unterstützung führt", sagt Sauder-Doktorand Kirk Kristofferson, der Co-Autor des bevorstehenden Artikels im Journal of Consumer Research.

"Unsere Forschung zeigt, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Menschen später für die Sache spenden, wenn sie ihre Unterstützung für eine Wohltätigkeitsorganisation öffentlich in den sozialen Medien bekunden können."

Die Studienergebnisse verstärken die jüngsten Behauptungen, dass Social-Media-Plattformen Menschen zu "Slacktivisten" machen, indem sie es ihnen leicht machen, sich mit einer Sache zu verbinden, ohne Ressourcen zur Unterstützung bereitzustellen.

In einer Reihe von Studien luden Forscher die Teilnehmer ein, sich an einem ersten Akt der kostenlosen Unterstützung für eine Sache zu beteiligen - einer Facebook-Gruppe beizutreten, eine Mohnblume, eine Anstecknadel oder einen Magneten anzunehmen oder eine Petition zu unterschreiben. Die Teilnehmer wurden dann gebeten, Geld zu spenden oder sich freiwillig zu melden.

Sie stellten fest, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Teilnehmer später sinnvolle Unterstützung leisten, umso geringer ist, je öffentlicher die symbolische Unterstützung ist. Wenn den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben wurde, ihre symbolische Unterstützung privater auszudrücken, z. B. vertraulich eine Petition zu unterzeichnen, war es wahrscheinlicher, dass sie später etwas leisteten.

Die Forscher schlagen vor, dass dies geschieht, weil die öffentliche Billigung den Wunsch befriedigt, für andere gut auszusehen, und die Dringlichkeit verringert, später etwas zu geben.Die symbolische Unterstützung im Privaten führt dazu, dass Menschen wahrnehmen, dass ihre Werte mit der Sache in Einklang stehen, ohne dass sich dies auszahlt, wenn die Menschen dies miterleben.

Da die Ferienzeit die wichtigste Spendenzeit des Jahres ist, sagen die Forscher, dass es wichtig ist, dass Wohltätigkeitsorganisationen ihre Strategien noch einmal unter die Lupe nehmen und angemessen planen.

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