Arbeitslosigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen Opfer von Straftaten werden

Arbeitslosigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen Opfer von Straftaten werden
Arbeitslosigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen Opfer von Straftaten werden
Anonim

Kriminalität und Arbeitslosigkeit hängen zusammen, aber nicht immer so, wie wir denken.

Dank der Arbeit von drei britischen Forschern ist jetzt klar, dass unter manchen Umständen die Arbeitslosigkeit von Frauen – und nicht die Arbeitslosigkeit insgesamt – den größten Unterschied zu Gew alt- und Eigentumsdelikten ausmacht.

Steve Cook und Duncan Watson (beide von der University of Wales Swansea) und Louise Parker (von der University of East Anglia) werfen einen genaueren Blick auf zwei Arten, wie sich Arbeitslosigkeit auf die Kriminalität auswirkt: der „Gelegenheits“-Effekt (eine starke Wirtschaft bedeutet mehr Waren, die es wert sind, gestohlen zu werden, und weniger Menschen sitzen zu Hause, um sie zu bewachen) und der „Motivations“-Effekt (eine schwache Wirtschaft vergrößert die wahrgenommenen Unterschiede zwischen den Lebensstilen und kann manche zur Kriminalität verleiten).

Nachdem das Team Daten des US Bureau of Labor und der Uniform Crime Reporting Statistics des FBI verarbeitet hatte, analysierte das Team sie weiter auf geschlechtsspezifische Auswirkungen. Ihr wichtigstes Ergebnis war, dass die Arbeitslosigkeit von Frauen, aber nicht von Männern, „signifikante Opportunitätseffekte für die gesamte Gew altkriminalität, die gesamte Eigentumskriminalität und Komponenten der Gew altkriminalität“aufwies. Mit anderen Worten, eine hohe Frauenarbeitslosigkeit bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit für höhere Kriminalitätsraten.

Entgegen den Erwartungen früherer Studien sind die Opportunitätseffekte hier antizyklisch. Ihre Ergebnisse unterstützten nicht die traditionelle Schlüsseltheorie, dass eine hohe Frauenbeschäftigung die Kriminalität erhöht, weil Frauen arbeiten, anstatt sich um ihre Kinder zu kümmern.

Ihre Ergebnisse unterstützten auch nicht die Idee, dass die Beschäftigung von Frauen durch die Infragestellung der Geschlechterrollen zu einer Zunahme der Kriminalität, insbesondere der häuslichen Gew alt, beiträgt.

Stattdessen unterstützten ihre Ergebnisse eine 'Viktimisierungs'-These. Hohe Frauenarbeitslosigkeit führt zu einer großen Zahl von Frauen, denen es an Möglichkeiten fehlt, Situationen zu entkommen, in denen sie wahrscheinlich kriminell werden.

Mit ihrem innovativen Ansatz zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Arbeitslosigkeit und Kriminalität bietet diese Studie einen wichtigen Einblick in eine weitere belastende Folge einer schwachen Wirtschaft, insbesondere für Frauen.

Neue Erkenntnisse zur Bedeutung von Geschlecht und Asymmetrie in der Beziehung zwischen Kriminalität und Arbeitslosigkeit Steve Cook, Duncan Watson & Louise Parker Applied Economic

Beliebtes Thema