Trotz Wachstumsberichten versinkt Afrika in Armut

Trotz Wachstumsberichten versinkt Afrika in Armut
Trotz Wachstumsberichten versinkt Afrika in Armut
Anonim

Trotz anh altender Berichte über Wirtschaftswachstum in Afrika bleibt ein Großteil des Kontinents von Armut geplagt, wobei etwa jeder fünfte Bürger angibt, dass es ihm häufig an Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung mangelt, so die größte Umfrage unter afrikanischen Bürgern.

Dies deutet darauf hin, dass das Wachstum nicht bis zu den ärmsten Bürgern durchsickert oder dass die tatsächlichen Wachstumsraten überhöht sind, sagte Carolyn Logan, Assistenzprofessorin für Politikwissenschaft an der Michigan State University und stellvertretende Leiterin der Umfrage namens Afrobarometer.

"Die Umfrageergebnisse zeigen, dass es eine Diskrepanz zwischen dem gemeldeten Wachstum und dem Fortbestehen - sowohl in der Häufigkeit als auch in der Schwere - der Armut unter normalen Bürgern gibt", sagte Logan.„Es ist offensichtlich, dass afrikanische Regierungen genauso viel Aufmerksamkeit auf Bemühungen zur Armutsbekämpfung richten müssen wie auf das Wachstum ihrer Wirtschaft.“

Die fünfte Runde des Afrobarometers, das alle paar Jahre erscheint, wurde heute in Johannesburg veröffentlicht. 34 Länder wurden befragt – gegenüber 20 Ländern während der letzten Befragungsrunde 2008-2009 – was es zum umfassendsten Blick auf das Leben in Afrika seit Beginn des Afrobarometers im Jahr 1999 macht.

Die Veröffentlichung der heutigen Ergebnisse zu Armut und wirtschaftlichen Bedingungen ist die erste von sieben Veröffentlichungsveranst altungen in afrikanischen Städten bis zum 12. Dezember. Zukünftige Themen sind Demokratie, Korruption und Internetnutzung.

Nach aktuellen Erkenntnissen verzichten 17 Prozent der Afrikaner häufig auf Nahrung, 22 Prozent auf regelmäßiges sauberes Wasser und 20 Prozent oft auf medizinische Versorgung. Rund 50 Prozent verzichten zumindest gelegentlich auf diese Notwendigkeiten. Besonders eklatant ist das Problem in West- und Ostafrika, weniger in den nördlichen und südlichen Regionen des Kontinents.

Darüber hinaus bewerten 53 Prozent der Afrikaner ihre Volkswirtschaft negativ. Und 38 Prozent gaben an, dass sich ihre nationale Wirtschaft im vergangenen Jahr verschlechtert habe.

Darüber hinaus geben Afrikaner ihren Regierungen schlechte Noten für Wirtschaftsmanagement. 56 Prozent geben an, dass sie die Wirtschaft schlecht verw alten, und noch mehr bewerten sie schlecht, weil sie den Lebensstandard der Armen verbessern (69 Prozent), Arbeitsplätze schaffen (71 Prozent) und Einkommensunterschiede verringern (76 Prozent).

Die Ergebnisse kommen trotz der Tatsache, dass Afrikas Bruttoinlandsprodukt zwischen 2002 und 2011 um durchschnittlich 4,8 Prozent gewachsen ist, was Afrika zu einem neuen Liebling von Portfolioinvestoren macht und das Magazin The Economist veranlasst, Afrika als „The Hopeful Continent“zu bezeichnen."

The Afrobarometer ist ein unabhängiges, unparteiisches Forschungsprojekt, das von Michael Bratton, University Distinguished Professor an der MSU, mitbegründet wurde. Bratton fungiert derzeit als leitender Berater für das Projekt.

Kernpartner der Umfrage sind das Zentrum für demokratische Entwicklung in Ghana; das Institut für Gerechtigkeit und Versöhnung in Südafrika; das Institut für empirische Forschung in der politischen Ökonomie in der Republik Benin; und das Institute for Development Studies an der Universität von Nairobi in Kenia.

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