Jugendliche werden in Schulen mit Anti-Mobbing-Programmen eher gemobbt

Jugendliche werden in Schulen mit Anti-Mobbing-Programmen eher gemobbt
Jugendliche werden in Schulen mit Anti-Mobbing-Programmen eher gemobbt
Anonim

Anti-Mobbing-Initiativen sind an Schulen im ganzen Land zum Standard geworden, aber eine neue Studie der UT Arlington stellt fest, dass Schüler, die diese Schulen besuchen, mit größerer Wahrscheinlichkeit Opfer von Mobbing werden als Kinder an Schulen ohne solche Programme.

Die Ergebnisse widersprechen der allgemeinen Auffassung, dass Mobbing-Präventionsprogramme dazu beitragen können, Kinder vor wiederholter Belästigung oder körperlichen und emotionalen Angriffen zu schützen.

"Ein möglicher Grund dafür ist, dass die Schüler, die ihre Mitschüler schikanieren, die Sprache durch diese Anti-Mobbing-Kampagnen und -Programme gelernt haben", sagte Seokjin Jeong, Assistenzprofessor für Kriminologie und Strafjustiz an der UT Arlington and Hauptautor der Studie, die im Journal of Criminology veröffentlicht wurde.

"Die Schulen mit Interventionen sagen: 'Du solltest dies nicht tun' oder 'Du solltest das nicht tun.' Aber durch die Programme werden die Schüler in hohem Maße dem ausgesetzt, was ein Mobber ist, und sie wissen, was sie tun oder sagen müssen, wenn sie von Eltern oder Lehrern befragt werden“, sagte Jeong.

Die Studie schlug vor, dass sich die zukünftige Richtung auf ausgefeiltere Strategien konzentrieren sollte, anstatt nur auf die Implementierung von Mobbing-Präventionsprogrammen zusammen mit Schulsicherheitsmaßnahmen wie Wachen, Taschen- und Schließfachdurchsuchungen oder Metalldetektoren. Da Mobbing ein Beziehungsproblem ist, müssen Forscher außerdem die Mobbing-Opfer-Dynamik besser identifizieren, um entsprechende Präventionsrichtlinien zu entwickeln, sagte Jeong.

Gemeinschaften verschiedener Rassen, ethnischer Zugehörigkeit, Religion und sozioökonomischer Klassen können von solch wichtigen, relevanten Forschungsergebnissen des Department of Criminology and Criminal Justice profitieren, sagte Beth Wright, Dekanin des UT Arlington College of Liberal Arts.

"Diese wichtige Entdeckung wird zu Verbesserungen der Gesundheit, des Lernens und der Beziehungen führen, mit unbegrenzten positiven Auswirkungen", sagte Wright.

Eine wachsende Zahl von Forschungsergebnissen zeigt, dass Schüler, die physischem oder emotionalem Mobbing ausgesetzt sind, ein signifikant erhöhtes Risiko für Angstzustände, Depressionen, Verwirrtheit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstmord haben. Zusätzlich zu den schulischen Umweltfaktoren wollten die Forscher wissen, welche Faktoren auf individueller Ebene eine Schlüsselrolle bei Schülern spielen, die von Mitschülern in der Schule gemobbt werden.

Für ihre Studie analysierten Jeong und sein Co-Autor Byung Hyun Lee, ein Doktorand der Kriminologie an der Michigan State University, Daten aus der US-Studie He alth Behavior in School-Aged Children 2005-2006. Die HBSC-Studie wird seit 1985 alle vier Jahre durchgeführt und von der Weltgesundheitsorganisation gefördert. Die Stichprobe bestand aus 7.001 Schülern im Alter von 12 bis 18 Jahren aus 195 verschiedenen Schulen.

Die Daten gingen der vielbeachteten Kampagne "It Gets Better" aus dem Jahr 2010 voraus, die von Kolumnist und Autor Dan Savage gegründet und durch YouTube-Videos mit Anti-Mobbing-Testimonials von prominenten Befürwortern populär gemacht wurde.

Das Team der UT Arlington stellte fest, dass ältere Schüler seltener Opfer von Mobbing wurden als jüngere Schüler, wobei ernsthafte Probleme mit Mobbing bei Sechst-, Siebt- und Achtklässlern auftraten. Das am weitesten verbreitete Mobbing fand auf der Highschool-Ebene statt.

Jungen waren eher Opfer von physischem Mobbing als Mädchen, aber Mädchen waren eher Opfer von emotionalem Mobbing. Ein Mangel an Beteiligung und Unterstützung durch Eltern und Lehrer erhöhte wahrscheinlich das Risiko, Opfer von Mobbing zu werden. Diese Ergebnisse stimmen alle mit früheren Studien überein.

Bemerkenswerterweise fanden Forscher heraus, dass Rasse oder ethnische Zugehörigkeit kein Faktor dafür waren, ob Schüler gemobbt wurden.

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