Infektions- und sepsisbedingte Sterblichkeits-Hotspots in den USA identifiziert

Infektions- und sepsisbedingte Sterblichkeits-Hotspots in den USA identifiziert
Infektions- und sepsisbedingte Sterblichkeits-Hotspots in den USA identifiziert
Anonim

In der Vergangenheit haben Forscher versucht, die geografische Verteilung vieler lebensbedrohlicher Zustände, einschließlich Schlaganfall und Herzstillstand, zu bestimmen. Jetzt haben Forscher der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania die erste US-Karte erstellt, die Hotspots für Infektionen und schwere sepsisbedingte Todesfälle aufzeigt – mit bemerkenswerten Clustern im Mittleren Westen, im mittleren Atlantik und im Süden. Die Forschung ist ein entscheidender erster Schritt, um festzustellen, welche Gebiete des Landes lebenswichtige Ressourcen der öffentlichen Gesundheit benötigen, um diese tödlichen Krankheiten zu bekämpfen.

Die neue Forschungsarbeit wird auf der Jahrestagung der Society for Academic Emergency Medicine in Atlanta, Georgia, vorgestellt.

"Infektionsbedingte Todesfälle sind eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität in den USA, von der jährlich über 1 Million Menschen betroffen sind und die jährlich 17 Milliarden US-Dollar kosten", sagte der Hauptautor der Studie, David Gaieski, MD, ein außerordentlicher Professor von Notfallmedizin bei Penn. „Und obwohl sich unser Verständnis der Ursachen infektionsbedingter Todesraten verbessert hat, kämpfen wir immer noch darum, diese Krankheiten zu verhindern und Personen zu identifizieren, die am anfälligsten sind. Wir müssen in der Lage sein, die geografische Verteilung der infektionsbedingten Todesraten genau zu bestimmen um weiter zu untersuchen, wie und warum diese Infektionen in diesen Gebieten auftreten, und um die besten Methoden zur Verhinderung dieser Todesfälle zu ermitteln."

Sepsis ist die zehnthäufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten. Mit geschätzten 750.000 Fällen pro Jahr und einer Sterblichkeitsrate von fast 40 Prozent ist die schwere Sepsis auch eine der häufigsten Todesursachen auf Intensivstationen von Krankenhäusern.

Um besser zu verstehen, welche Gebiete des Landes am stärksten von schwerer Sepsis und anderen infektionsbedingten Todesfällen bedroht sind, sammelte das Forschungsteam U.S. County Todesdaten aus den 2010 Multiple Cause of Death Data Files (zusammengestellt vom National Center for He alth Statistics) und mit den demografischen Daten der Area Resource File 2010 kombiniert, um einen umfassenden Überblick über die nationalen Unterschiede zu erh alten. Die Autoren weisen darauf hin, dass frühere Untersuchungen nur potenzielle Trends auf Bundesstaatsebene identifizieren konnten.

Infektionsbedingte Todesfälle wurden anhand der ICD-10-Codes für die primäre Todesursache für Infektionen und schwere Sepsis identifiziert. „Hotspots“wurden als Regionen definiert, in denen die Infektionssterblichkeitsrate deutlich höher war als der nationale Durchschnitt und die umliegenden Landkreise. Die Analyse ergab vier Hotspots: 1) zwei Regionen mit dem Dreifachen des nationalen Mittels an infektionsbedingten Todesfällen im Mittleren Westen und mittleren Atlantik und 2) zwei Regionen mit dem Vierfachen der nationalen Sterblichkeitsrate durch schwere Sepsis im US-Bundesstaat Süd- und Mittelatlantik.

Zusätzlich zu den Hotspots identifizierte das Forschungsteam auch einen „Coolspot“-Cluster, ein Gebiet mit unverhältnismäßig niedrigen Todesraten durch diese Infektionen.Der Coolspot-Cluster bestand aus 157 Landkreisen in den Bundesstaaten Southwest und Mountain. Das Forschungsteam stellt fest, dass diese „Coolspot“-Landkreise ebenfalls wichtige Erkenntnisse liefern könnten, einschließlich bestimmter Screening- und Behandlungsprotokolle, die in diesen Gebieten möglicherweise vorhanden sind.

"Diese Analyse kann dazu beitragen, gezielte geografische Interventionen zu zielen, um die Verbreitung und Umsetzung einer evidenzbasierten Versorgung zu verbessern", sagte der leitende Studienautor Brendan G. Carr, MD, MA, Assistenzprofessor für Notfallmedizin, Chirurgie und Epidemiologie bei Penn. „Weitere Studien sind erforderlich, um die von uns beobachtete geografische Variabilität zu klären, aber wir glauben, dass diese neue Ressource ein hilfreiches Instrument für Forscher und Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens sein wird.“

Weitere Autoren von Penn sind Anish Agarwal, MD, MPH, Catherine S. Wolff, Douglas Wiebe, PhD, und Mark E. Mikkelsen, MD.

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