Schulische Ausschlussrichtlinien für festgenommene Schüler tragen laut Studie zum Scheitern der Bildung bei

Schulische Ausschlussrichtlinien für festgenommene Schüler tragen laut Studie zum Scheitern der Bildung bei
Schulische Ausschlussrichtlinien für festgenommene Schüler tragen laut Studie zum Scheitern der Bildung bei
Anonim

"Null-Toleranz"-Richtlinien, die stark auf Suspendierungen und Ausweisungen beruhen, hindern Teenager, die verhaftet wurden, daran, die High School abzuschließen oder einen College-Abschluss zu machen, laut einer neuen Studie der University of Texas at Austin.

In Chicago werden jedes Jahr 25.000 männliche Jugendliche verhaftet. Ein Viertel dieser Festnahmen ereignete sich laut Chicago Police Department in der Schule. Das Stigma einer öffentlichen Verhaftung kann eine Person jahrelang verfolgen – was letztendlich die akademischen Leistungen und den Übergang ins Erwachsenen alter hemmt, sagt David Kirk, außerordentlicher Professor am Institut für Soziologie und am Population Research Center.

Die in der Januarausgabe 2013 von Sociology of Education veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass strafende Schulrichtlinien – mehr noch als soziale und psychologische Faktoren – erhebliche Hindernisse für den Bildungserfolg von Schülern mit Vorstrafen darstellen.

"Die offizielle Einstufung als 'Krimineller' verändert die Art und Weise, wie Bildungseinrichtungen mit Schülern umgehen", sagt Kirk. "Im Interesse der Rechenschaftspflicht und der Schulsicherheit können verhaftete Schüler durch Ausschlussrichtlinien aus der High School verdrängt werden."

Unter Verwendung von Daten aus dem Project on Human Development in Chicago Neighborhoods analysierten Kirk und Co-Autor Robert Sampson, ein Soziologe an der Harvard University, zwischen 1995 und 2002 659 Jugendliche an öffentlichen Schulen in Chicago und Schulstatistiken sammelten sie Daten vom U.S. Census Bureau, der Chicago Police Department, der Illinois State Police und den Chicago Public Schools.

Als Teil der Studie maßen die Forscher die Häufigkeit von Straftaten der Jugendlichen, das Familieneinkommen, die Abweichung von Gleich altrigen, den Notendurchschnitt, die Demographie der Nachbarschaft und die Schulqualität. Unter ansonsten gleichgestellten Jugendlichen brachen 73 Prozent der Verhafteten die High School ab, verglichen mit 51 Prozent der Nichtverhafteten - ein erheblicher Unterschied von 22 Prozentpunkten. Nur 18 Prozent der verhafteten Teenager mit Abitur oder GED-Zertifizierung schrieben sich später an vierjährigen Colleges ein, verglichen mit 34 Prozent ähnlicher Nicht-Inhaftierter.

"Studenten können die Schule abbrechen oder sich nach einer Verhaftung dafür entscheiden, kein College zu besuchen, weil sie, vielleicht richtig, einschätzen, dass die angepriesenen Vorteile der Bildung angesichts des Stigmas einer Vorstrafe wahrscheinlich nicht eintreten werden", sagt Kirk. „Obwohl sie sich dessen vielleicht nicht einmal bewusst sind, neigen Lehrer und Berater dazu, inhaftierte Teenager als ‚Problemschüler‘zu betrachten und sich mehr auf die Schüler mit vielversprechender Zukunft zu konzentrieren, während sie Problemschüler entfremden."

Zusätzlich zur Ablehnung durch Lehrer, Eltern und Gleich altrige sehen sich festgenommene Schüler auf ihrem Weg durch das Strafjustizsystem einer Reihe von akademischen Hindernissen gegenüber. Diese Unterbrechung schränkt ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zulassungsverfahren für Hochschulen und bei der finanziellen Unterstützung erheblich ein.

Diese Lebensverlaufsfalle wirft beunruhigende Fragen über das Zusammenspiel von Strafjustiz und Bildungssystemen auf, sagt Kirk. Die Ausgrenzung und das daraus resultierende Bildungsversagen stigmatisierter Jugendlicher schafft eine Pipeline von vielen innerstädtischen Schulen ins Gefängnis.

"Städtische Schulen stehen vor der enormen Herausforderung, eine sichere Lernumgebung zu schaffen und gleichzeitig gefährdeten Schülern eine Ausbildung zu ermöglichen", sagt Kirks. „Obwohl Ausgrenzungsrichtlinien dazu dienen sollen, die Klassenzimmer sicher und produktiv zu h alten, müssen Schulen bessere Programme entwickeln, um gefährdete Schüler zu ermutigen, sich wieder am Schulprozess zu beteiligen.“

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