Homophobie im Sport: Sportliche Identität, autoritäre Aggression und soziale Dominanz

Homophobie im Sport: Sportliche Identität, autoritäre Aggression und soziale Dominanz
Homophobie im Sport: Sportliche Identität, autoritäre Aggression und soziale Dominanz
Anonim

Homophobie gibt es in vielen Lebensbereichen. Es scheint auch besonders in allen Arten von Sport, Bewegung und Leibeserziehung (PE) verankert zu sein. Aber warum ist das so?

Um das herauszufinden, untersuchte ein internationales Trio von Psychologen als erste die Beziehung zwischen Investitionen in die physische/sportliche Identität, bestimmte psychologische Attribute und Homophobie bei Sport-/Sportteilnehmern.

Die Autoren Kerry S. O'Brien, Heather Shovelton und Janet D. Latner, deren bahnbrechende Arbeit im International Journal of Psychology erscheint, hatten zwei Ziele im Sinn.Erstens wollten sie den Mangel an quantitativer Arbeit zu Homophobie in Sport- und Sportumgebungen ansprechen. Zweitens wollten sie untersuchen, welche Rolle etablierte soziologische Konstrukte bei Homophobie spielen. Da andere Formen der Voreingenommenheit wie Rassismus mit konservativen Ideologien und Persönlichkeitsmerkmalen wie Autoritarismus und sozialer Dominanzorientierung (SDO – Präferenz für soziale Hierarchien) in Verbindung gebracht werden, wollten die Autoren sehen, ob solche Merkmale auch mit Homophobie in Verbindung gebracht werden.

Da heterosexuelle Männlichkeit und körperliche Identität durch körperliche Attribute sowohl für Männer als auch für Frauen definiert werden (die schwule Männer und Lesben oft als bedrohlich ansehen), untersuchten die Autoren auch die Beziehung zwischen „sportlicher Identität und sportlichem Selbstkonzept“. Konstrukte und homophobe Einstellungen. Die Autoren postulierten, dass Personen, die sich stark als Mitglieder einer körperlich orientierten Gruppe identifizieren (wie z. oder kann negativere Einstellungen gegenüber denen haben, deren Überzeugungen und Einstellungen sich von ihren eigenen unterscheiden.

Die Schlussfolgerungen bestätigten die Hypothese der Forscher: Vorurteile gegen Homosexuelle und Lesben waren bei Sportschülern größer als bei Nicht-Sportschülern, und Männer hatten größere Vorurteile gegen Homosexuelle, aber nicht gegen Lesben als Frauen. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen scheinen durch Unterschiede in den konservativen psychologischen Merkmalen erklärt zu werden; höhere Werte für Autoritarismus und SDO waren signifikante Prädiktoren. Darüber hinaus scheinen körperliche Identität und sportliche Eigenschaften, die auf männlichen Idealen basieren, auch mit Vorurteilen bei Männern in Verbindung zu stehen.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Sportumgebungen von „Initiativen zum Abbau von Vorurteilen profitieren können, die die Überinvestition in körperliche Eigenschaften und männliche Vorstellungen angehen“und die soziale Gleichheit und Vielf alt stärken. Solche Initiativen müssen sich auch mit den kontextuellen und psychosozialen Faktoren befassen, die der Homophobie zugrunde liegen. Während es natürlich keinen Hinweis darauf gibt, dass Sportlichkeit an sich Vorurteile fördert, warnen die Autoren, dass das hohe Maß an Anti-Schwulen- und Anti-Lesben-Stimmung, das sie fanden, „auf kontextuelle Einflüsse zurückzuführen sein könnte, die den Ausdruck von Homophobie verstärken oder unterstützen“.Mit anderen Worten, Vorurteile können sich gemäß der Theorie der sozialen Identität (SIT) im Laufe der Zeit in einer Gruppe festsetzen.

Die in dieser bahnbrechenden Studie vorgestellten Ergebnisse liefern wichtige neue quantitative Beweise zur Untermauerung qualitativer und anekdotischer Berichte, dass Homophobie im Sport und Sport höher ist als in anderen Umgebungen, was sie zu einer unverzichtbaren Lektüre für Pädagogen, Trainer und Sportfachleute macht die zusammenarbeiten müssen, um es auszurotten.

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