Wenn der Konflikt vorbei ist, verschwindet die Solidarität in Bündnissen

Wenn der Konflikt vorbei ist, verschwindet die Solidarität in Bündnissen
Wenn der Konflikt vorbei ist, verschwindet die Solidarität in Bündnissen
Anonim

Jeder, der an Wettkämpfen teilnimmt oder sich im Krieg befindet, sollte vorsichtig sein, wenn er Allianzen eingeht. Das gilt vor allem dann, wenn hinterher Beute geteilt werden soll.

Es ist nicht immer ratsam, in einem Konflikt oder Krieg ein Bündnis zu schließen, besonders wenn es danach etwas zu teilen gibt. Ökonomen des Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen haben nun mit spieltheoretischen Experimenten gezeigt, dass, sobald der Feind weg ist, die gruppeninterne Solidarität von Allianzen schnell schwindet. Ehemalige Waffenbrüder kämpfen noch heftiger um die Beute eines Sieges als Fremde. Während des Konflikts wenden sie zusammen nur die Hälfte der Anstrengungen ihres Feindes auf.Darüber hinaus reduzieren sie ihren Beitrag noch mehr, wenn sie einen zukünftigen Verteilungskonflikt antizipieren.

Es kann jedoch nützlich sein, in Allianzen zu kämpfen. Psychologen wissen, dass ein Individuum einer Gruppe nicht alleine gegenübertreten sollte. Sie betonen die Bedeutung der Interaktion innerhalb der Gruppe sowie das Entstehen von Solidarität gegenüber einem Gegner; obwohl, wie die Wettbewerbstheorie zeigt, Bündnisse mit einem kollektiven Aktionsproblem konfrontiert sind. Trittbrettfahreranreize führen dazu, dass Bündnismitglieder ihr Engagement während des Konflikts reduzieren. Außerdem werden sie den Sieg über den Feind in Erwartung von Streitigkeiten über die Verteilung der Beute weniger zu schätzen wissen.

Die Geschichte hat gezeigt, dass Allianzen dazu neigen auseinander zu brechen, nachdem der Feind besiegt wurde. So machte der K alte Krieg nach dem Zweiten Weltkrieg und der Niederlage Nazi-Deutschlands die ehemals verbündeten Supermächte USA und Sowjetunion schnell zu Gegnern. Auch beim Aufstieg in der Firma oder bei sportlichen Wettkämpfen kann es passieren: Aus treuen Mitspielern werden schnell erbitterte Feinde.

In ihrer experimentellen Studie fragten Changxia Ke, Kai A. Konrad und Florian Morath, alle vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, ob Verbündete, die einen späteren Verteilungskonflikt antizipieren, weniger Anstrengungen mobilisieren als Verbündete, die davon wissen von Anfang an, wie der Preis geteilt wird. Außerdem wollten sie wissen, ob der während des Wettkampfs zu beobachtende Zusammenh alt innerhalb der Gruppe auch nach dem Sieg über den Gegner noch anhält. Welche Auswirkungen haben Schulterkämpfe auf die Bereitschaft von Verbündeten, sich in einem Verteilungskonflikt gegeneinander zu wenden?

Wer einen Konflikt erwartet, trägt weniger zum Bündnis bei

In Laborexperimenten modellierten die Forscher einen Wettkampf zwischen einer Allianz – bestehend aus zwei Spielern – und einem einzelnen Spieler. Sie verglichen die Kampfanstrengungen von Allianzmitgliedern, die noch herausfinden mussten, wie sie die Gewinne aufteilen sollten, mit den Bemühungen von Spielern, die bereits eine friedliche Lösung für die Aufteilung des Preises hatten.Die Forscher zeigten, dass Allianzen generell unter einem kollektiven Aktionsproblem leiden. Obwohl klargestellt wurde, dass die Siegesbeute friedlich aufgeteilt werden würde, leisteten die Allianzmitglieder zusammen nur halb so viel Kampfkraft wie die Einzelspieler. Dieses Engagement verringerte sich noch mehr, als ein späterer Verteilungskonflikt erwartet wurde. In Erwartung des zukünftigen Konflikts maßen sie dem ausstehenden Preis einen geringeren Wert bei und trugen daher weniger zum Gesamtergebnis bei.

Wenn es um die Beute geht, werden Freunde schnell zu Feinden

In weiteren Experimenten untersuchten die Forscher Verteilungskonflikte innerhalb von Siegerallianzen. Sie verglichen die Anstrengungen, die zwei ehemalige "Waffenbrüder" einerseits und zuvor nicht verbündete Spieler andererseits aufwendeten, um vergleichbare Preise zu erringen. Sie fanden heraus, dass die Solidarität innerhalb der Gruppe zusammenbricht, sobald der gemeinsame Feind besiegt ist. Ehemalige "Waffenbrüder" werden nicht weniger gegeneinander kämpfen als Fremde.Im Gegenteil: Sie kämpfen noch härter um ihren Anteil an der Beute als Fremde. Daher sollten sich die Verbündeten vor dem Konflikt darauf einigen, wie der Preis oder die Beute aufgeteilt wird. Das würde nicht nur das Bündnis stärken und die Anstrengungen im Kampf gegen den äußeren Feind verstärken, sondern auch ehemalige "Waffenbrüder" davon abh alten, sich in erbitterte Gegner zu verwandeln.

Beliebtes Thema