Negative Auswirkungen der computergestützten Überwachung zu Hause: Ursache für Ärger, Besorgnis, Angst und sogar Wut

Negative Auswirkungen der computergestützten Überwachung zu Hause: Ursache für Ärger, Besorgnis, Angst und sogar Wut
Negative Auswirkungen der computergestützten Überwachung zu Hause: Ursache für Ärger, Besorgnis, Angst und sogar Wut
Anonim

Um die Auswirkungen der kontinuierlichen computergestützten Überwachung auf Einzelpersonen zu verstehen, hat eine finnische Forschungsgruppe zehn finnische Haush alte mit Videokameras, Mikrofonen und Protokollierungssoftware für PCs, drahtlose Netzwerke, Smartphones, Fernseher und DVDs ausgestattet. Die zwölf Teilnehmer füllten monatliche Fragebögen aus, um über das Stressniveau zu berichten, und wurden nach sechs und zwölf Monaten befragt. Die Studie wurde vom Helsinki Institute for Information Technology HIIT durchgeführt, einem gemeinsamen Forschungsinstitut der A alto-Universität und der Universität Helsinki, Finnland.

Die Ergebnisse offenbaren eine Reihe negativer Veränderungen im Erleben und Verh alten. Für alle außer einem Teilnehmer erwies sich das Überwachungssystem als Grund für Verärgerung, Besorgnis, Angst und sogar Wut. Die Überwachung verursachte jedoch keine psychischen Gesundheitsprobleme, die in ihrer Schwere mit Depressionen oder Alkoholismus vergleichbar waren, wenn sie mit einer standardisierten Skala gemessen wurden. Dennoch brach ein Haush alt die Studie nach sechs Monaten ab, da die Verletzung der Privatsphäre und Anonymität unerträglich geworden sei.

Die Datenschutzbedenken der Überwachten flachten nach etwa drei Monaten ab, als die Überwachten sich mehr an die Überwachung gewöhnten. Die Forscher führen dies auf die Verh altensregulierung der Privatsphäre zurück. Fast alle Probanden zeigten Verh altensänderungen, um zu kontrollieren, was das System wahrnimmt. Einige versteckten ihre Aktivitäten im Haus vor den Sensoren, während andere sie an Orte außerhalb des Hauses übertrugen. Dr. Antti Oulasvirta erklärt: - Obwohl fast alle in der Lage waren, ihre täglichen Praktiken anzupassen, um das Eindringen in die Privatsphäre auf einem für sie tolerierbaren Niveau zu h alten, machten die erforderlichen Änderungen das Zuhause zerbrechlich.Jedes unvorhergesehene gesellschaftliche Ereignis würde die neuen Praktiken in den Vordergrund rücken und sie in Frage stellen und manchmal verhindern, dass sie stattfinden.

Die Forscher waren überrascht, dass die Computerprotokollierung genauso beunruhigend war wie die kamerabasierte Überwachung. Einerseits wurde das Loggen am Computer als negativ empfunden, weil es die Anonymität von Gesprächen verletzt. - Die Bedeutung der Anonymität bei der Computernutzung ist symptomatisch für die Tatsache, dass ein großer Teil unserer sozialen Aktivitäten heute von Computern vermittelt wird, sagt Oulasvirta.

Andererseits nahm das stets beobachtende "Auge", die Videokamera, den Teilnehmern die Einsamkeit und Isolation, die sie zu Hause erwarten. Besonders stark empfanden die Überwachten die Verletzung von Zurückh altung und Intimität durch die Erfassung von Nacktheit, körperlicher Erscheinung und Geschlecht. - Psychologische Theorien der Privatsphäre haben sechs Datenschutzfunktionen des Hauses postuliert, und wir stellen fest, dass die computergestützte Überwachung sie alle stören kann, schließt Oulasvirta.

Mehr experimentelle Forschung ist notwendig, um die Auswirkungen der computergestützten Überwachung aufzudecken. Prof. Petri Myllymäki erklärt: - Da das Thema empirisch schwierig zu untersuchen ist, gibt es kaum veröffentlichte Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen der aufdringlichen Überwachung auf das tägliche Leben. Im Projekt „Helsinki Privacy Experiment“haben wir strenge ethische und rechtliche Vorbereitungen getroffen und in eine robuste technische Plattform investiert, um ein longitudinales Feldexperiment zum Datenschutz zu ermöglichen. Die vorliegende Stichprobe von Probanden ist möglicherweise voreingenommen, da sie aus Personen ausgewählt wurde, die sich auf der Grundlage einer Internetanzeige freiwillig gemeldet haben. Obwohl wir uns der Grenzen unserer Stichprobe bewusst sind, kann unsere Arbeit weitere Untersuchungen zu diesem wichtigen Thema erleichtern.

Die ersten Ergebnisse wurden auf der 14th International Conference on Ubiquitous Computing (Ubicomp 2012) in Pittsburgh, PA, USA vorgestellt.

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