Zivile Cyber-Krieger' sind nicht von Patriotismus getrieben

Zivile Cyber-Krieger' sind nicht von Patriotismus getrieben
Zivile Cyber-Krieger' sind nicht von Patriotismus getrieben
Anonim

Menschen, die Cyberangriffe auf die Regierung verüben, neigen auch dazu, illegal Musik herunterzuladen und sich an physischen Protesten zu beteiligen. Überraschenderweise scheinen sie jedoch nicht aus Nationalstolz oder Patriotismus zu handeln.

Das sind einige der Ergebnisse einer Studie der Michigan State University, die zum ersten Mal damit beginnt, ein Profil von "zivilen Cyber-Kriegern" oder Menschen zu zeichnen, die sich an Angriffen auf in- oder ausländische Regierungen beteiligen. Cyberkriminalität stellt ein enormes gesellschaftliches Risiko dar und ist weltweit zu einem heißen Thema geworden, doch ist wenig über die Denkweise dahinter bekannt.

"Wir waren überrascht festzustellen, dass Nationalismus und Patriotismus keine Prädiktoren für Cyberangriffe waren", sagte Thomas Holt, außerordentlicher Professor für Strafjustiz an der MSU und Hauptautor der Studie. „Wenn Beamte versuchen, die zivilen Cyberkrieger von heute zu identifizieren, sollten sie nicht unbedingt nach der Person suchen, die politisch radikal ist.“

Schädliche Cyber-Angriffe wie der Stuxnet-Virus, der 2010 die Urananreicherungsarbeiten im Iran störte, haben weltweit zu Forderungen nach strengeren Internetvorschriften und deren Durchsetzung geführt. Der Kongress wurde im August weithin kritisiert, als er den Cybersecurity Act von 2012 nicht verabschiedete, obwohl viele Mitglieder vor den katastrophalen Auswirkungen von Cyberangriffen gewarnt hatten.

Holt sagte, die gesichtslose, grenzenlose Natur des Internets erlaube es Einzelpersonen, ihre Identität zu verschleiern und einer Entdeckung besser zu entgehen. Dies habe zum zivilen Cyber-Warrior geführt, der möglicherweise gefährdete Ressourcen wie kommunale Wassersysteme und Stromnetze angreifen könne, sagte er.

Aber was könnte sie motivieren? Um das herauszufinden, befragten Holt und sein Forscherkollege Max Kilger 357 Studenten einer US-Universität zu ihrer Bereitschaft, sich an Online- und Offline-Protesten und Cyberangriffen zu beteiligen. Elf Prozent der Teilnehmer waren internationale Studierende aus etwa 30 Ländern.

Ungefähr 62 Prozent der Teilnehmer sagten, sie seien bereit, an einem physischen Protest teilzunehmen, wenn sie glauben, dass ihre Heimatregierung repressiv ist. Mehr als 77 Prozent sagten, sie würden eine Facebook-Nachricht über die Unterdrückung posten.

Eine viel geringere Anzahl von Teilnehmern gab an, dass sie sich an einem Cyberangriff beteiligen würden, wie z. B. die Verunst altung einer Regierungswebsite (13 Prozent) oder die Kompromittierung eines Regierungsservers (10 Prozent). Von denen, die sich an einem Cyberangriff beteiligen würden, seien laut Holt drei gemeinsame Faktoren aufgetreten: Die Teilnehmer neigten auch dazu, illegale Musik, Filme und andere Medien herunterzuladen; sie neigten wahrscheinlich zu körperlichem Protestverh alten; und sie wurden nicht durch eine allgemeine Einstellung oder H altung gegenüber ihrer Regierung motiviert.

"Es kann sein, dass diese individuellen Verh altensweisen nicht mit Patriotismus korrelieren, sondern mit einer altruistischen Überzeugung, dass alle Gruppen gleich behandelt werden sollten", sagte Holt. Er fügte hinzu, dass seine zukünftige Forschung ein klareres Bild davon zeichnen könnte, was Cyberkriminelle motiviert.

Die Studie erscheint online im Forschungsjournal Crime and Delinquecy.

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