Nationale Umfrage unter Ökonomen deckt große geschlechtsspezifische Kluft in politischen Ansichten auf

Nationale Umfrage unter Ökonomen deckt große geschlechtsspezifische Kluft in politischen Ansichten auf
Nationale Umfrage unter Ökonomen deckt große geschlechtsspezifische Kluft in politischen Ansichten auf
Anonim

Gibt es in den Ansichten professioneller Ökonomen einen "Gender Gap"? Eine neue nationale Studie stellt fest, dass sich die meisten Ökonomen zwar über zentrale ökonomische Konzepte, Werte und Methoden einig sind, sich aber in ihren Ansichten zu wichtiger Wirtschaftspolitik nach Geschlechtern unterscheiden.

Die Studie – die vermutlich die erste systematische Analyse der Ansichten männlicher und weiblicher Ökonomen zu einer Vielzahl von politischen Themen ist – befragte Hunderte von Mitgliedern der American Economic Association. Das Forschungsteam stellte fest, dass männliche und weibliche Ökonomen trotz ähnlicher Ausbildung und Einh altung grundlegender wirtschaftlicher Prinzipien und Methoden unterschiedliche Meinungen zu bestimmten aktuellen Wirtschaftsfragen und spezifischen Wirtschaftsrichtlinien haben, darunter Bildungsgutscheine, Krankenversicherung und Richtlinien zu Arbeitsnormen.

Ökonominnen in der Studie befürworten beispielsweise seltener eine Begrenzung der staatlich unterstützten Umverteilungspolitik als Männer. Sie betrachten die Ungleichheit der Geschlechter auch stärker als ihre männlichen Kollegen als ein Problem des US-Arbeitsmarkts und bevorzugen eher staatliche Eingriffe als Marktlösungen als Männer.

In der Zwischenzeit hält der durchschnittliche männliche Ökonom die staatliche Regulierung für übertriebener, zeigt größere Unterstützung für Tarifsenkungen und ist eher dagegen, Arbeitgebern vorzuschreiben, dass sie ihre Angestellten krankenversichern.

"Wir wollten herausfinden, ob es einen Unterschied machen würde, ob Männer oder Frauen an einem Tisch sitzen würden, wenn über Wirtschaftspolitik debattiert und Alternativen in Betracht gezogen würden", sagte Ann Mari May, Wirtschaftsprofessorin am Lincoln's College der Universität von Nebraska der Betriebswirtschaftslehre und Erstautor der Studie. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Antwort auf diese Frage ein klares und endgültiges Ja ist."

Die Untersuchung ergab auch sehr unterschiedliche Interpretationen des Stellenwerts von Männern und Frauen, sowohl in der Wirtschaftswissenschaft als auch auf dem breiteren Arbeitsmarkt. Männliche Ökonomen sagten im Durchschnitt, dass die Chancen zwischen den Geschlechtern in den Vereinigten Staaten relativ gleich sind, während die durchschnittliche weibliche Ökonomin in der Studie anderer Meinung ist.

Als Ökonomen nach dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle gefragt wurden, stimmte der durchschnittliche männliche Ökonom zu, dass Unterschiede in der Produktivität und freiwillige Berufswahl dazu führen, dass Männer mehr verdienen, während weibliche Ökonomen eher anderer Meinung sind.

Die Studie kommt zu einer Zeit, in der die nationale Diskussion, einschließlich des Präsidentschaftswahlkampfs, von der Wirtschaft dominiert wird und davon, welche Politik für die Vereinigten Staaten am besten ist. Die Autoren sagen, dass ihre Ergebnisse die Bedeutung der Einbeziehung von Ökonomen beider Geschlechter in die Politikgest altung unterstreichen, um sicherzustellen, dass eine Vielzahl beruflicher Perspektiven einbezogen werden.

"Wenn demografische Unterschiede wie das Geschlecht dazu beitragen, unsere Ansichten zu politischen Fragen zu formen, ist es wichtig, dass Frauen in Vorständen und politischen Kreisen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung einbezogen werden", sagte Mary McGarvey, UNL außerordentlicher Professor für Wirtschaftswissenschaften und einer der Co-Autoren der Studie. „Während die Einbeziehung von Frauen in politische Entscheidungskreise nicht verhindert, dass nur diejenigen Personen mit gemeinsamen Überzeugungen ausgewählt werden, kann dies dennoch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass unterschiedliche Standpunkte vertreten werden.“

Auch unter den Befunden:

  • Um 20 Prozentpunkte sind Ökonominnen eher der Meinung, dass entweder die Vereinigten Staaten oder die Europäische Union übermäßige staatliche Regulierungen haben. Sie glauben auch mit 24 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit, dass die Größe der US-Regierung entweder „zu klein“oder „viel zu klein“ist.
  • Frauen befürworten mit 41 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit als Männer eine progressivere Steuerstruktur und mit 32 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit stimmen sie einer gleichmäßigeren Einkommensverteilung in den USA zu.
  • Männer befürworten stärker die Verwendung von Gutscheinen in der Bildung und unterstützten häufiger Bohrungen im Arctic National Wildlife Refuge.

Die Studie erscheint in Kürze in der Zeitschrift Contemporary Economic Policy. Neben May und McGarvey von UNL wurde die Studie von Robert Whaples, Wirtschaftsprofessor an der Wake Forest University, verfasst.

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