Studie zeigt menschlichen Antrieb für Fairplay

Studie zeigt menschlichen Antrieb für Fairplay
Studie zeigt menschlichen Antrieb für Fairplay
Anonim

Menschen werden ein Angebot von Wasser ablehnen, selbst wenn sie sehr durstig sind, wenn sie das Angebot als unfair empfinden, laut einer neuen Studie, die vom Wellcome Trust finanziert wurde. Die Ergebnisse haben wichtige Implikationen für das Verständnis, wie Menschen Entscheidungen treffen, die Fairness und Eigeninteresse in Einklang bringen müssen.

Es ist seit einiger Zeit bekannt, dass Menschen, wenn sie um Geld feilschen, dazu neigen, unfaire Angebote abzulehnen und es vorziehen, beide Parteien mit nichts davongehen zu lassen, anstatt ein niedriges Angebot anzunehmen, in dem Wissen, dass ihr Gegenüber es mit nach Hause nimmt mehr Geld.

Im Gegensatz dazu werden unsere nahen Verwandten, Schimpansen, beim Feilschen um Futter fast immer ein Angebot annehmen, unabhängig von einer subjektiven Vorstellung von "Fairness".

Forscher des Wellcome Trust Center for Neuroimaging an der UCL wollten sehen, ob Menschen in ähnlicher Weise unfaire Angebote annehmen würden, wenn sie um ein grundlegendes physiologisches Bedürfnis wie Nahrung, Wasser oder Sex verhandeln würden.

Das Team rekrutierte 21 gesunde Teilnehmer und machte 11 von ihnen durstig, indem es ihnen eine salzige Lösung verabreichte, während der Rest eine isotonische Lösung erhielt, die einen viel geringeren Einfluss auf ihren Durst hatte. Um ein objektives Maß für den Wasserbedarf jedes Einzelnen zu erh alten, maß das Team die Salzkonzentration in seinem Blut. Das subjektive Durstempfinden der Teilnehmer wurde anhand einer einfachen Bewertungsskala erfasst.

Die Teilnehmer nahmen dann getrennt an einem Ultimatum-Spiel teil. Sie erhielten Anweisungen, dass zwei von ihnen zufällig ausgewählt worden waren, um ein Spiel zu spielen, bei dem die Aufteilung einer 500-ml-Flasche Wasser entschieden wurde, die sofort konsumiert werden konnte. Einer von ihnen würde die Rolle des "Antragstellers" spielen und entscheiden, wie die Flasche geteilt werden sollte.Der andere wäre ein „Responder“, der entweder die Teilung annehmen und so das ihm angebotene Wasser trinken könnte, oder die Teilung ablehnen könnte, so dass beide Parteien nichts bekommen würden. Die Teilnehmer wussten, dass sie nach Ende des Spiels eine volle Stunde warten müssten, bis sie Zugang zu Wasser hätten.

In Wirklichkeit spielten alle Teilnehmer die Rolle des Responders. Ihnen wurden zwei Gläser Wasser mit einem äußerst ungleichen Angebot präsentiert, von dem ihnen gesagt wurde, dass es vom Antragsteller stammte: Das ihnen angebotene Glas enthielt 62,5 ml, ein Achtel der ursprünglichen Flasche Wasser, und das andere enthielt die restlichen sieben Achtel Antragsteller wollte für sich beh alten. Sie hatten fünfzehn Sekunden Zeit, um zu entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder ablehnen.

Das Team stellte fest, dass die menschlichen Teilnehmer im Gegensatz zu Schimpansen dazu neigten, das höchst ungleiche Angebot abzulehnen, und hier war das sogar bei starkem Durst der Fall. Die Wahl der Teilnehmer wurde nicht davon beeinflusst, wie durstig sie tatsächlich waren, wie es objektiv anhand der Blutprobe gemessen wurde.Allerdings nahmen sie das Angebot eher an, wenn sie subjektiv Durst verspürten.

Dr. Nick Wright, der die Studie leitete, erklärt: „Ob Fairness eine ausschließlich menschliche Motivation ist oder nicht, war eine Quelle von Kontroversen. Diese Ergebnisse zeigen, dass Menschen, anders als selbst unsere engsten Verwandten, Schimpansen, ein unfaires Angebot ablehnen einer Hauptbelohnung wie Nahrung oder Wasser - und das auch bei starkem Durst. Allerdings zeigen wir auch, dass diese Fairness-Motivation gegen Eigeninteresse abgewogen wird und dass dieses Eigeninteresse nicht davon bestimmt wird, wie ihr objektives Bedürfnis danach ist Wasser, sondern durch ihr subjektives Durstempfinden. Diese Befunde sind interessant, um zu verstehen, wie sich subjektive Fairnessgefühle und eigennütziges Bedürfnis auf alltägliche Entscheidungen, beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt, auswirken."

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