Berlin schlägt London und Washington in der Rangliste der besten demokratischen Räume der Welt, sagen Experten

Berlin schlägt London und Washington in der Rangliste der besten demokratischen Räume der Welt, sagen Experten
Berlin schlägt London und Washington in der Rangliste der besten demokratischen Räume der Welt, sagen Experten
Anonim

Neue Forschungsergebnisse der University of Warwick deuten darauf hin, dass Berlin den besten demokratischen Raum der Welt hat und eine Liste anführt, die London, Washington und Tokio umfasst.

Die Liste erscheint in einem neuen Buch, "Democracy and Public Space: The Physical Sites of Democratic Performance", geschrieben von Dr. John Parkinson von der Abteilung für Politik und Internationale Studien der University of Warwick.

Dr. Parkinson hat 11 Hauptstädte sorgfältig ausgewählt und bewertet, wie gut sie Raum für alle Arten von demokratischen Aktionen bieten. Er besuchte Berlin, Washington, Ottawa, Canberra, Wellington, Hongkong, Mexiko-Stadt, London, Tokio, Santiago und Kapstadt.

Er sagte: „In meinem Buch habe ich versucht, die Frage zu beantworten, was aus demokratischer Sicht eine gute Hauptstadt ausmacht? Auch wenn Revolutionen und Proteste über Facebook und Twitter koordiniert werden, sie immer noch echte Menschen einbeziehen, die physischen Raum einnehmen, besetzen, teilen und bestreiten. Politik ist immer noch eine physische Beschäftigung, selbst in einer vernetzten Online-Welt."

Dr. Parkinson betrachtete eine Reihe von Kriterien, darunter die Zugänglichkeit öffentlicher Gebäude, aber auch die Verfügbarkeit von öffentlichen Versammlungsräumen, Parks und Fußwegen, öffentlichen Verkehrsmitteln und mehr.

"Ich wollte nicht nur sehen, wie formelle Gebäude wie Parlamente funktionieren, sondern auch, wie einfach es für die Bürger ist, in diesen Städten demokratische Rollen zu übernehmen. Viele Städte eignen sich gut zum Einkaufen und für den Tourismus; demokratische Staatsbürgerschaft ist schwieriger."

Berlin stand ganz oben auf der Liste, weil es viele Kriterien erfüllte. Dr. Parkinson führt dies auf die Vergangenheit der Stadt als symbolisches Schlachtfeld zurück.

Er sagte: „Berlin war Schauplatz so vieler Kämpfe um die Nutzung des öffentlichen Raums für politische Zwecke. Im Moment gehen die Kämpfe darüber weiter, wie weit die Stadt gehen sollte, um die physischen Überreste der Divisionen des K alten Krieges auszulöschen. Sogar Fragen zu Orten wie dem Flughafen Tempelhof, ein Gebäude aus der Nazizeit, aber ein wichtiges Symbol der Berliner Luftbrücke, sind ungelöst, aber die Tatsache, dass die Menschen diese Debatten führen, ist gesund - es bedeutet, dass die Berliner eher Raum für ausdrücklich demokratische Zwecke schätzen, und Versuchen widerstehen, es rein kommerziellen oder Freizeitinteressen zu überlassen."

Kapstadt steht ganz unten auf der Liste, hauptsächlich weil die Öffentlichkeit dort stark geschichtet ist, das Erbe der Apartheid-Ära. Dr. Parkinson weist auch darauf hin, dass in Washington DC die Bedürfnisse des Kulturerbes und des Tourismus die demokratischen Räume wie das Kongressgebäude dominieren."

London belegt den achten Platz in der Liste, weil: „London ist vergleichsweise eine furchtbar teure Stadt, um sich fortzubewegen; seine öffentlichen Räume werden in einem Ausmaß überwacht, das seinesgleichen sucht, außer in Washington; und es schwelgt in der Privatisierung von Fußwegen und Straßen."

Die vollständige Liste der Städte:

  1. Berlin
  2. Wellington
  3. Ottawa
  4. Canberra
  5. Washington, D.C.
  6. Hongkong
  7. Mexiko-Stadt
  8. London
  9. Tokio
  10. Santiago/Valparaiso
  11. Kapstadt

Hinweise für die Redaktion

Democracy and Public Space: the Physical Sites of Democratic Performance, John R. Parkinson, Oxford University Press

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