Narzissmus beeinträchtigt das ethische Urteilsvermögen sogar unter den Hochreligiösen, Studienergebnisse

Narzissmus beeinträchtigt das ethische Urteilsvermögen sogar unter den Hochreligiösen, Studienergebnisse
Narzissmus beeinträchtigt das ethische Urteilsvermögen sogar unter den Hochreligiösen, Studienergebnisse
Anonim

Obwohl ein hohes Maß an Narzissmus das ethische Urteilsvermögen unabhängig von der eigenen religiösen Orientierung oder orthodoxen Überzeugung beeinträchtigen kann, ist Narzissmus bei denen schädlicher, von denen erwartet werden könnte, dass sie ethischer sind, so eine Studie der Baylor University, die online im Journal of veröffentlicht wurde Geschäftsethik.

"Gläubige Menschen, die narzisstisch sind und ein schlechtes ethisches Urteilsvermögen haben, würden Handlungen begehen, die nach ihrem eigenen verinnerlichten Wertesystem offenkundig heuchlerisch sind", sagte Marjorie J. Cooper, Ph.D., Studienautorin und Professorin Marketing an der Baylor's Hankamer School of Business.„Narzissmus ist so aufdringlich und mächtig, dass er Menschen dazu verleitet, sich auf eine Weise zu verh alten, die ihren tiefsten Überzeugungen zuwiderläuft.“

Die Studie identifizierte drei Gruppen: Skeptiker, nominelle Christen und fromme Christen. Skeptiker lehnen grundlegende christliche Lehren weitgehend ab. Nominelle Christen sind sowohl in ihrer religiösen Orientierung als auch in ihrem orthodoxen Glauben gemäßigt. Fromme Christen haben eine hohe intrinsische religiöse Orientierung und Orthodoxie, was darauf hinweist, dass sie christliche Überzeugungen und Werte vollständig verinnerlichen.

"Wir haben festgestellt, dass nominelle und fromme Christen ein besseres ethisches Urteilsvermögen zeigen als die Skeptiker insgesamt, aber insbesondere diejenigen, deren narzisstische Tendenzen am unteren Ende des Spektrums liegen", sagte Chris Pullig, Ph.D., Vorsitzender der Abteilung für Marketing und außerordentlicher Professor für Marketing an der Baylor. „Das erfährt jedoch eine bemerkenswerte Veränderung, wenn der Grad des Narzissmus für Subjekte innerhalb jedes Clusters ansteigt."

"Sowohl die nominellen als auch die devoten Gruppen zeigen ein schlechtes ethisches Urteilsvermögen, das dem der Skeptiker entspricht, wenn es von einem höheren Grad an Narzissmus begleitet wird, ein Befund, der auf eine dramatische Veränderung sowohl für nominelle als auch für fromme Personen hindeutet, wenn das ethische Urteilsvermögen getrübt ist durch narzisstische Tendenzen", sagte er.

Für die Skeptiker ist die Bandbreite der Werte für ethisches Urteilsvermögen von niedrig bis hoch nicht die Bandbreite, die für die Nominellen und Gläubigen gefunden wird. Erhöhter Narzissmus bei Skeptikern führt nicht zu einem signifikant schlechteren ethischen Urteil.

"Allerdings kann man das nicht von den Nominellen oder den Gläubigen sagen", sagte Cooper. "Für beide Gruppen nimmt mit zunehmendem Narzissmus auch die Tendenz zu, ein schlechteres ethisches Urteilsvermögen zu zeigen. Daher ist ein höheres Maß an Narzissmus eher mit einem unethischen Urteilsvermögen unter Namenschristen und frommen Christen verbunden als unter Skeptikern."

Für die Studie haben 385 Marketingstudenten im Grundstudium an einer Online-Umfrage teilgenommen, in der sie angegeben haben, inwieweit sie das Verh alten für akzeptabel oder nicht für solche Aussagen h alten wie:

• Ein unterbezahlter Manager füllte sein Spesenkonto um etwa 3.000 $ pro Jahr auf.

• Ein Unternehmen zahlte 350.000 $ „Beratungsgebühr“an einen Beamten eines fremden Landes. Im Gegenzug versprach der Beamte Unterstützung bei der Erlangung eines Vertrags, der dem Vertragsunternehmen einen Gewinn von 10 Millionen US-Dollar einbringen wird.

Sie wurden auch gefragt, wie stark sie folgenden Aussagen zustimmen oder nicht zustimmen:

• Ich gehe hauptsächlich in die Kirche, um Zeit mit meinen Freunden zu verbringen.

• Meine ganze Einstellung zum Leben basiert auf meiner Religion.

• Obwohl ich an meine Religion glaube, sind viele andere Dinge im Leben wichtiger.

Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, DSM-IV, veröffentlicht von der American Psychiatric Association (2000), definiert eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPD) als jemanden, dessen Verh alten durch fünf von neun Merkmalen passend beschrieben wird.

Dazu gehören:

(1) ein übertriebenes Selbstwertgefühl;

(2) Fantasien von außergewöhnlichem Erfolg, Macht, Brillanz, Schönheit oder idealer Liebe;

(3) der Glaube, dass man „besonders“ist und nur mit anderen Personen mit hohem Status Umgang haben sollte und nur von diesen verstanden werden kann;

(4) Verlangen nach übermäßiger Bewunderung durch andere;

(5) Anspruchsdenken;

(6) Objektivierung anderer, um persönliche Ziele und Befriedigung zu erreichen;

(7) Mangel an Empathie;

(8) Neid auf andere oder der Glaube, dass andere auf sich selbst neidisch sind;

(9) hochmütiges, arrogantes, herablassendes oder herablassendes Verh alten oder Verh alten gegenüber anderen.

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