Risikobasierte Passagierkontrolle könnte Flugreisen sicherer machen

Risikobasierte Passagierkontrolle könnte Flugreisen sicherer machen
Risikobasierte Passagierkontrolle könnte Flugreisen sicherer machen
Anonim

Jeder, der seit 2001 mit einer kommerziellen Fluggesellschaft geflogen ist, kennt die immer strengeren Maßnahmen an den Sicherheitskontrollen von Flughäfen. Eine Studie von Forschern aus Illinois zeigt, dass eine intensive Überprüfung aller Passagiere das System tatsächlich weniger sicher macht, da die Sicherheitsressourcen überlastet werden.

Sheldon H. Jacobson, Professor für Informatik und Mathematik an der University of Illinois, untersuchte in Zusammenarbeit mit Adrian J. Lee vom Central Illinois Technology and Education Research Institute den Vorteil, das Passagierrisiko mit Sicherheitsassets abzugleichen. Das Paar beschrieb seine Arbeit in der Zeitschrift Transportation Science.

"Wenn nur begrenzte Informationen darüber verfügbar sind, woher die nächste Bedrohung kommen wird, besteht eine natürliche Tendenz darin, das Gesamtrisiko im System zu überschätzen", sagte Jacobson. "Dies macht das System tatsächlich weniger sicher, indem Sicherheitsressourcen denjenigen im System zugeteilt werden, die im Vergleich zu anderen im System auf der Risikoskala niedrig sind."

Wenn das Populationsrisiko überschätzt wird, wird ein größerer Anteil von Passagieren mit hohem Risiko für zu wenige Kontrollen bestimmt, während ein größerer Anteil von Passagieren mit geringem Risiko zu vielen Kontrollen unterzogen wird. Da Sicherheitsressourcen für die vielen Passagiere mit geringem Risiko vorgesehen sind, sind diese Ressourcen weniger in der Lage, Passagiere mit hohem Risiko zu identifizieren oder anzusprechen. Nichtsdestotrotz favorisiert die aktuelle Politik ein breites Screening.

"Eine hundertprozentige Durchleuchtung des aufgegebenen Gepäcks und Ganzkörperscans aller Passagiere ist das Gegenteil eines risikobasierten Systems", sagte Jacobson. „Es behandelt alle Passagiere und ihr Gepäck als Bedrohungen mit hohem Risiko.Die Kosten für ein solches System sind unerschwinglich und machen das Luftsystem anfälliger für erfolgreiche Angriffe, indem Sicherheitsressourcen suboptimal zugewiesen werden."

Um dieses Problem anzugehen, führte die Transportation Security Administration (TSA) 2011 ein Vorab-Screening-Programm ein, das ausgewählten Passagieren versuchsweise zur Verfügung steht. Jacobsons frühere Arbeit hat gezeigt, dass Ressourcen effektiver investiert werden könnten, wenn die Bevölkerungsgruppen mit dem geringsten Risiko – beispielsweise Vielreisende – die Sicherheitskontrolle mit weniger Kontrolle passieren könnten, da sie dem System „bekannt“sind.

Eine Herausforderung bei der Implementierung eines solchen Systems besteht darin, das Risiko jedes Passagiers genau einzuschätzen und diese Informationen angemessen zu nutzen. In der neuen Studie entwickelten Jacobson und Lee drei Algorithmen, die sich mit der Risikounsicherheit in der Passagierpopulation befassen. Dann führten sie Simulationen durch, um zu demonstrieren, wie ihre Algorithmen, angewendet auf eine risikobasierte Screening-Methode, das Risiko in der gesamten Passagierpopulation einschätzen könnten – anstatt sich auf jeden einzelnen Passagier zu konzentrieren – und wie Fehler in diesem Schätzverfahren gemildert werden können, um das Risiko zu reduzieren Risiko für das Gesamtsystem.

Sie fanden heraus, dass ein risikobasiertes Screening, wie das neue Pre-Check-Programm der TSA, die insgesamt erwartete Sicherheit erhöht. Die Bewertung des Risikos eines Passagiers im Verhältnis zur gesamten fliegenden Population ermöglicht es, mehr Ressourcen für Passagiere mit einem hohen Risiko im Verhältnis zur Passagierpopulation einzusetzen.

Das Papier diskutiert auch Szenarien, wie Terroristen versuchen könnten, das Sicherheitssystem zu durchkreuzen – zum Beispiel, indem sie sich unter eine Menschenmenge mit hohem Risiko mischen, um nicht aufzufallen – und gibt Einblicke, wie risikobasierte Systeme sein können entwickelt, um die Auswirkungen solcher Aktivitäten zu mindern. „Der Schritt der TSA hin zu einem risikobasierten System ist darauf ausgelegt, Sicherheitsassets genauer mit Bedrohungen für das Luftsystem abzugleichen“, sagte Jacobson. „Die ideale Situation besteht darin, ein System zu schaffen, das Passagiere entsprechend ihrem Risiko überprüft. Da wir wissen, dass nur sehr wenige Menschen eine Bedrohung für das System darstellen, liefert das relative Risiko anstelle des absoluten Risikos wertvolle Informationen."

Die National Science Foundation und das U.S. Air Force Office of Scientific Research haben diese Arbeit unterstützt.

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