Copyright: Ein konzeptioneller Kampf im digitalen Zeit alter

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Anonim

Was hat es mit dem Urheberrecht auf sich, das in der digitalen Gesellschaft nicht funktioniert? Warum denken Millionen von Menschen, dass es in Ordnung ist, das Gesetz zu brechen, insbesondere wenn es um die gemeinsame Nutzung von Dateien geht? Der Rechtssoziologe Stefan Larsson von der Universität Lund glaubt, dass juristische Metaphern und altmodische Denkweisen zur Verwirrung beitragen und die Lücken zwischen der Gesetzgebung und den vorherrschenden Normen vergrößern.

Unsere Sprache besteht aus Metaphern, auch in unseren Gesetzestexten. Stefan Larsson hat untersucht, welche Folgen dies hat, wenn digitale Phänomene wie Filesharing und Download durch Beschreibungen eingeschränkt werden, die für eine analoge Welt gedacht sind.„Wenn Filesharing in rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Diebstahl von physischen Gegenständen gleichgesetzt wird, wird es manchmal problematisch“, sagt Stefan Larsson, der es nicht für möglich hält, einen illegalen Download mit einem physischen Gegenstandsdiebstahl gleichzusetzen, wie es im Fall geschehen ist gegen The Pirate Bay.

Anhand des im Fall gegen The Pirate Bay angewandten Entschädigungsmodells könnte der Gesamtwert einer solchen Seite auf über 600 Milliarden SEK geschätzt werden. Das ist fast so viel wie Schwedens Staatshaush alt, sagt Stefan Larsson. Der Staatsanw alt im Pirate Bay-Fall entschied sich für eine geringere Anzahl von Downloads, und die Summe der Bußgelder erreichte daher nie diese Proportionen.

Nach Ansicht von Stefan Larsson ist das Wort „Kopien“eine versteckte juristische Metapher, die in der digitalen Gesellschaft problematische Ideen hervorruft. Das Urheberrecht berücksichtigt beispielsweise nicht, dass ein Download nicht dazu führt, dass der Eigentümer seine eigene Kopie verliert. Es ist auch nicht möglich, die Anzahl der Downloads mit entgangenen Einnahmen für den Urheberrechtsinhaber gleichzusetzen, da die Leute wahrscheinlich viel mehr herunterladen, als sie in einem Geschäft kaufen würden.

Andere Metaphern, die für das Herunterladen verwendet werden, sind Verletzung, Diebstahl und Piraterie. „Das Problem ist, dass wir durch diese Metaphern das Urheberrecht mit dem Eigentum an physischem Eigentum gleichsetzen“, sagt Stefan Larsson.

Darüber hinaus gibt es laut Stefan Larsson zugrunde liegende Denkweisen, die das gesamte Urheberrecht leiten. Eine solche Denkweise ist die Idee, dass Schöpfung ein Prozess ist, der von einzelnen Genies durchgeführt wird und nicht so sehr in einem kulturellen Kontext. Dies hat aus Sicht von Stefan Larsson die unglückliche Folge, dass ein stärkerer Urheberrechtsschutz mit längerer Dauer und ein höheres Maß an rechtlicher Durchsetzung sinnvoll erscheinen. Das Problem ist, dass es auf einer falschen Vorstellung davon beruht, wie viele Dinge entstehen, sagt Stefan Larsson: „Für viele kreative Aktivitäten ist es unerlässlich, sich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen und sich von ihnen inspirieren zu lassen. Dies gilt sowohl online als auch offline.“

Stefan Larsson hat auch die Konsequenzen untersucht, wenn die öffentliche Wahrnehmung des Gesetzes oder soziale Normen nicht mit dem übereinstimmen, was das Gesetz sagt.Eine Folge davon ist, dass der Staat mehr Kontrolle ausüben und strengere Strafen verhängen muss, um sicherzustellen, dass das Gesetz eingeh alten wird. Der europäische Trend im Urheberrecht geht in diese Richtung. Unter anderem wird es einfacher, das Verh alten von Personen im Internet nachzuverfolgen. Damit werde die Integrität der Vielen zugunsten der Interessen einiger weniger ausgehöhlt, so Stefan Larsson: „Letztendlich geht es darum, was wir vom Internet wollen. Der Kampf dafür findet statt, zumindest teilweise durch metaphorische Ausdrücke für zugrunde liegende Konzepte, aber auch durch praktisches Handeln zur Rolle der Anonymität im Internet."

Stefan Larssons Dissertation trägt den Titel Metaphern und Normen – Das Urheberrecht in einer digitalen Gesellschaft verstehen.

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