Unerwartete Unterschiede in den Datenschutzbestimmungen in einer neuen britischen Studie aufgedeckt

Unerwartete Unterschiede in den Datenschutzbestimmungen in einer neuen britischen Studie aufgedeckt
Unerwartete Unterschiede in den Datenschutzbestimmungen in einer neuen britischen Studie aufgedeckt
Anonim

Die Regulierung personenbezogener Daten ist je nach Land und Branche sehr unterschiedlich, wie eine vom Economic and Social Research Council (ESRC) finanzierte Studie zeigt.

Die Studie, die von Professor Andreas Busch von der Universität Oxford durchgeführt wurde, untersuchte die Datenschutzbestimmungen in vier Ländern in drei verschiedenen Bereichen - die Verwendung von Closed-Circuit-TV-Kameras an öffentlichen Orten; Radiofrequenz-Identifikationstechnologie-Chips in Konsumgütern, wie z. B. elektronische Mautmarken; und die Einführung biometrischer Merkmale in Pässen und Personalausweisen. Die Richtlinien in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Schweden wurden alle untersucht.

Obwohl es ähnliche politische Systeme gibt und neue Technologien auf ähnliche Weise verwendet werden, variiert die Verwendung von Vorschriften erheblich. „Im Allgemeinen scheinen das Vereinigte Königreich, die USA, Deutschland und Schweden auf den ersten Blick eine gemeinsame Sichtweise auf ‚Datenschutzrichtlinien‘zu haben. In Wirklichkeit ändert sich jedoch die Art und Weise, wie die Vorschriften umgesetzt werden, sowohl die Menge als auch die Art der personenbezogenen Daten das in jedem Land aufbewahrt wird." sagte Professor Busch.

Die Forscher fanden heraus, dass die Datenschutzbestimmungen stark vom lokalen Kontext und den besonderen institutionellen Vorkehrungen in jedem Land abhängen. Britische Bürger sind beispielsweise ausweisresistent, aber weitgehend unbesorgt über Videoüberwachung, während deutsche Bürger zwar Angst vor Videoüberwachung haben, aber seit Jahrzehnten problemlos maschinenlesbare Ausweise mit sich führen.

Insgesamt wurde festgestellt, dass die politischen Debatten zu verschiedenen Bereichen der Datenschutzregulierung von Land zu Land sehr unterschiedlich waren, wobei biometrische Ausweisdokumente die meisten Kontroversen hervorriefen.Das Ausmaß der politischen Diskussionen schien vom unterschiedlichen Vertrauen der Bürger in den Staat abzuhängen, das in Schweden am höchsten war.

Die Studie ergab auch, dass Unterschiede zwischen den politischen Parteien wenig Einfluss auf die Regulierungspolitik hatten und dass Unterschiede in den politischen Institutionen eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Ergebnisse spielten. In Großbritanniens stark zentralisiertem Staat hat das Information Commissioner's Office weniger Einfluss auf die Politikgest altung als in Deutschland, wo die Regulierungsbehörden in einer stärker fragmentierten föderalen Struktur operieren, die ihnen mehr Zugangsmöglichkeiten bietet. Darüber hinaus hat die frühe Institutionalisierung von Datenschutzbeauftragten und -behörden in Deutschland dazu geführt, dass die Regulierungsbehörden seit langem einen bedeutenden Beitrag zur öffentlichen Debatte leisten, während der britische Datenschutzbeauftragte erst in jüngerer Zeit eine ähnlich hochkarätige Rolle einnimmt.

Die Untersuchung zeigte, dass Ereignisse wie die Terroranschläge vom 11. September 2001 erhebliche Auswirkungen auf die Datenschutzbestimmungen hatten.Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen waren eine direkte Folge dieser Angriffe und der Reaktion von Politikern in einer Reihe von Politikbereichen, wobei Entscheidungen auf europäischer Ebene zu gemeinsamen Lösungen führten, die dann auf nationaler Ebene umgesetzt wurden.

"Das Projekt hat umfangreiches Wissen über die Regulierung der Privatsphäre und darüber, wie die etablierten Datenschutzsysteme auf die Herausforderungen durch neue Technologien reagiert haben, aufgebaut. Diese Forschung zeigt uns, dass Regulierungen oft das Ergebnis einer politischen Agenda sind und nicht von technologischen Fortschritten." Professor Busch hinzugefügt.

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