Kommunikation in einer Krise: Forscher entwickeln eine neue Technik, um Rettern bei der Kommunikation nach Terroranschlägen zu helfen

Kommunikation in einer Krise: Forscher entwickeln eine neue Technik, um Rettern bei der Kommunikation nach Terroranschlägen zu helfen
Kommunikation in einer Krise: Forscher entwickeln eine neue Technik, um Rettern bei der Kommunikation nach Terroranschlägen zu helfen
Anonim

Nach den Bombenanschlägen in London funktionierten Handys und Radios nicht mehr, was die ohnehin schwierige Rettungsaktion noch schwieriger machte. Jetzt haben Experten der Kingston University eine Lösung entwickelt, die dafür sorgt, dass Kommunikationsausfälle für Einsatzkräfte bei Katastrophen der Vergangenheit angehören.

Ein Team unter der Leitung von Dr. Christos Politis hat eine ausgeklügelte, internetbasierte Technik entwickelt, um Retter und ihre zentrale Leitstelle unabhängig voneinander in Kontakt zu h alten, anstatt zentrale drahtlose Zugangspunkte oder das TETRA-Polizeifunksystem zu verwenden.Die App, die auf einem iPad oder anderen persönlichen digitalen Assistenten (PDAs) verwendet werden kann, wird es den Rettungsdienstmitarbeitern im Vereinigten Königreich auch ermöglichen, über ein sicheres System mit Kollegen in ganz Europa zu sprechen.

"Diese Studie untersuchte, wie wir bei einer großen Katastrophe oder einem Notfall kommunizieren", sagte Dr. Politis. „Bei größeren terroristischen Ereignissen, Erdbeben oder Waldbränden können herkömmliche Telefonleitungen und Funkgeräte aufgrund der Menge an Anrufen und anderem Multimedia-Datenverkehr, wie z in der Lage sein, mit jedem verfügbaren intelligenten Gerät in ihrem eigenen autonomen Netzwerk zu kommunizieren, ohne sich auf ein zentrales Kommunikationssystem verlassen zu müssen."

Die vom PEACE-Projekt der Europäischen Union finanzierte Forschung baute auf bestehenden Arbeiten zu Mobilfunknetzen auf, die als MANETs bekannt sind. Dies sind Netzwerke von Mobilgeräten, die unabhängig voneinander arbeiten und durch einzelne drahtlose Verbindungen verbunden sind.Anstatt sich über ein externes Internetnetzwerk zu verbinden, ermöglicht die neue Technik Rettungskräften, ein unabhängiges Kommunikationssystem einzurichten, das für ihre spezifischen Zwecke am Einsatzort unabhängig von der Situation oder dem Ort konzipiert ist – sei es eine unterirdische U-Bahnstation oder neben einem eingestürzten Bürogebäude.

Das Design ermöglicht es einem der mobilen Geräte, die von einem Rettungshelfer getragen werden, als Superknoten zu fungieren - ein bisschen wie ein Mini-Satellit - und andere mobile Geräte miteinander kommunizieren zu lassen. Sobald ein Gerät einen virtuellen Sicherheitscheck besteht, kann es damit beginnen, andere am Standort zu finden. Jeder Mitarbeiter kann dann mit einzelnen Mitarbeitern oder ganzen Gruppen sprechen oder Videos oder Daten senden.

Durch die Installation unserer App können die Geräte auch verwendet werden, um mit neuen Sensoren zu arbeiten, die von Forschungspartnern im PEACE-Projekt entwickelt werden. „In Zukunft wird die Technologie auch in der Lage sein, als Sensoren zu fungieren und Feuchtigkeitswerte, Herzfrequenzen, Temperaturen und Bewegungen der Arbeiter zu erfassen und an einen zentralen Operator weiterzuleiten“, sagte Dr. Politis.„Diese Statistiken können dann von zentralen Kontrollmitarbeitern überprüft werden, die den Besatzungen mitteilen können, ob sie aussteigen müssen, wenn es beispielsweise zu heiß wird.“Wichtige Gebäude wie Regierungsgebäude und U-Bahnstationen könnten in Zukunft permanente Sensoren haben.

Dr. Politis und sein Team glauben, dass ihre Erfindung nach Terroranschlägen und Naturkatastrophen ein enormes Potenzial bietet. „Wenn die Anwendung startet, könnte sie in Zukunft die Art und Weise verändern, wie Rettungskräfte bei einem Erdbeben nach Überlebenden suchen“, sagte Dr. Politis, ein ehemaliger Telekommunikationsingenieur, der in der griechischen Luftwaffe diente. „Wir könnten einen Notfallknopf sehen, den Sie auf Ihrem Smartphone drücken könnten, wenn Sie unter Trümmern eingeschlossen wären, und dieser könnte Ihre Koordinaten an die Geräte der Rettungskräfte senden, ohne dass Sie 999 anrufen müssten.“

Das Design von Kingston hat kürzlich auf einer europaweiten Konferenz in Portugal die Unterstützung von Rettungsdienstexperten gewonnen. Das Team hat auch mit der Internet Engineer Task Force (IETF) zusammengearbeitet, einer internationalen Gemeinschaft von Internetfachleuten, die an der Weiterentwicklung der Internetarchitektur arbeiten, während die Anwendung entwickelt wurde.Der Kingston-Prototyp wird nun verfeinert und könnte innerhalb von zwei Jahren bei Rettungsdiensten eingeführt werden.

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