Lotteriegewinner wollen nicht, dass ihre Gewinne sie verändern

Lotteriegewinner wollen nicht, dass ihre Gewinne sie verändern
Lotteriegewinner wollen nicht, dass ihre Gewinne sie verändern
Anonim

Es gibt viele Vorstellungen darüber, was passiert, wenn jemand einen großen Preis gewonnen hat. Wir hören oft von Gewinnern, die ihr ganzes Geld ausgegeben haben, Schulden gemacht haben und einsam und unglücklich geworden sind.

Aber das sind Ausnahmefälle, wie Untersuchungen an der Universität Göteborg zeigen. In den allermeisten Fällen geben die Gewinner an, ihr normales Leben mit umsichtigem Konsum fortzusetzen.

"Es ist üblich, dass Leute sagen, dass sie sind, wie sie sind, um zu erklären, warum sie sich nicht mehr ändern", sagt Anna Hedenus, die sich in ihrer Abschlussarbeit mit schwedischen Lottogewinnern beschäftigt hat.

Die Geschichte des unglücklichen Gewinners, der seinen oder ihren Job aufgegeben und das ganze Geld verschwendet hat, spiegelt sowohl Vorstellungen über die übermäßige Konsumlust der Menschen wider als auch den Gedanken, dass Arbeit etwas ist, das wir nur tun, weil wir es tun müssen. Diese Vorstellungen werden auf die Probe gestellt, indem untersucht wird, wie Menschen, die einen plötzlichen finanziellen Schub erh alten, ihr Geld verwenden.

In einer Umfrage, auf die 420 schwedische Lottogewinner geantwortet haben, und in Interviews mit 14 Gewinnern hat Hedenus Fragen zur Einstellung der Gewinner zu Arbeit und Freizeit vor und nach dem Gewinn sowie zu Konsum und Identität gestellt. Die Entscheidungen, die die Lottogewinner treffen, tragen zum Verständnis bei, wie Menschen diese verschiedenen Facetten des Lebens schätzen.

"Manche Leute betonen, dass zwei Millionen Schwedische Kronen nicht wirklich viel Geld sind und dass es nicht ausreicht, um den Lebensunterh alt über einen längeren Zeitraum zu decken. Gleichzeitig gibt es jedoch eine Einstellung von Prioritäten in dieser Behauptung.Die meisten von ihnen sparen das Geld lieber als Sicherheit für die Zukunft, als ihr Leben in kürzerer Zeit dramatisch zu verändern", sagt Hedenus.

Die Arbeit konzentriert sich insbesondere auf die Arbeitseinstellung der Gewinner nach dem Sieg. Die Ergebnisse zeigen, dass nur eine Minderheit der Gewinner ihr Preisgeld verwendet hat, um weniger Zeit für die Arbeit aufzuwenden. Die Höhe des Preises ist in dieser Hinsicht jedoch erheblich. Je höher die Gewinne, desto mehr Menschen haben kürzer gearbeitet oder Urlaub genommen. Das Weiterarbeiten wie vor dem Sieg kann auf das Bedürfnis der Gewinner nach sozialen Kontakten, Zeit- und Alltagsgest altung zurückgeführt werden oder darauf, dass sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind und die Arbeit Teil ihrer Identität ist. Die Studie bestätigt auch das Bild einer gesellschaftlichen Norm der Arbeit, bei der die Wahl der Weiterbeschäftigung als selbstverständlich angesehen wird.

Beim Konsum vollführen die Gewinner eine Gratwanderung.Einerseits zielen sie darauf ab, die Erwartungen an aktive Verbraucher in einer Konsumgesellschaft zu erfüllen. Andererseits sind sie geprägt vom Sparsamkeitsideal und der Sorge, ihr Geld für die „falschen“Dinge auszugeben oder ihnen das Geld auszugehen. Sie wollen ihr Geld auch nicht so einsetzen, dass es ihr soziales Leben beeinträchtigt oder den Anschein erweckt, als hätten sie sich selbst verändert. Der frühere Lebensstil und das soziale Umfeld der Gewinner werden daher zu wichtigen Faktoren bei der Entscheidung, wie sie ihr Leben nach ihrem Sieg leben.

Trotz ihres vorsichtigen Ausgabeverh altens erleben die Gewinner viele positive Konsequenzen aus ihren Gewinnen. Neben Glück und Dankbarkeit gibt ihnen das Geld ein gesteigertes Gefühl von Sicherheit, Freiheit und Unabhängigkeit.

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