Interaktiver Schaufensterbummel: Winken Sie einfach mit den Händen

Interaktiver Schaufensterbummel: Winken Sie einfach mit den Händen
Interaktiver Schaufensterbummel: Winken Sie einfach mit den Händen
Anonim

Forscher wollen den Einkaufsbummel künftig zu einem besonderen Erlebnis machen, indem sie Passanten ermöglichen, Schaufensterauslagen mit Hand- und Gesichtsgesten zu bedienen. Vier Kameras erfassen die 3-D-Positionen von Händen, Gesicht und Augen von Personen und wandeln sie in Befehle zur Warenauswahl und zum Kauf um – auch nach Ladenschluss.

Eine Frau, die am Schaufenster vorbeigeht, ist gebannt und fragt ihre Begleiterin "Ist die Ledertasche nicht schick?" "Welches meinst du? Es gibt so viele davon." Die Frau zeigt auf eine der Taschen und wie von Geisterhand erscheint die luxuriöse Geldbörse auf einem Display hinter dem Schaufenster.Dann zeigt sie auf einen Knopf und das Designerobjekt dreht sich auf dem Bildschirm. "So sieht es also von hinten aus." Die Passantin ist beeindruckt. Sie macht eine weitere Geste, um die Tasche in ihre Richtung zu zoomen, damit sie jedes Detail sehen kann.

Dieses besondere Einkaufserlebnis ist dank eines neuartigen 3-D-Kamerasystems des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin, Deutschland, möglich. Sein interaktives Schaufenster ermöglicht es Passanten, Waren hinter Schaufenstern mit einfachen Hand- und Gesichtsgesten auf ein Display zu stellen. Paul Chojecki ist Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut und bringt es so auf den Punkt: „Interaktives Einkaufen ist im Web schon lange Standard-Betriebsverfahren. Jetzt bringen wir diese Technologie in Fußgängerpassagen und Einkaufszentren mit der gesamten Einheit hinter dem Fenster."

Vier kleine Kameras zeichnen kontinuierlich die 3-D-Positionen der Hände, Gesichter und Augen von Passanten auf.Anschließend errechnet eine Bildverarbeitungssoftware die Koordinaten und wandelt sie in die entsprechenden Eingaben um, um Waren auszuwählen, im Detail zu betrachten und sofort einzukaufen – auch nach Geschäftsschluss. Produktinformationen wie Farbe, Material, Preis, Verfügbarkeit und Angaben zum Hersteller können sich Interessenten auch selbst anzeigen lassen. Paul Chojecki: „In Deutschland gibt es noch nichts Vergleichbares und Geschäfte nutzen heute, wenn überhaupt, nur noch Touchscreens in den Schaufenstern. Aber Sie können mit unserem interaktiven Schaufenster ohne Körperkontakt interagieren, was ein Vorteil ist, wenn Ihnen Hygiene wichtig ist.“."

Das interaktive Schaufenster besteht aus vier Kameras und einer Visualisierungssoftware. Zwei dieser Stereokameras nehmen das Gesicht und die Augen auf, während die anderen beiden die Bewegung der Hände aufzeichnen. Die Bildverarbeitung erkennt beide Gesten, z. B. das Drehen der Hand und das Zeigen mit dem Finger auf eine Sch altfläche, die Sie auf einem Monitor sehen können.„Das System speichert keine personenbezogenen Daten und nur die Koordinaten der erkannten Körperteile werden an die Visualisierung weitergegeben“, ergänzt der Forscher.

Interaktives Schaufenster ist mit allen Displays kompatibel und der Ladenbesitzer kann aus Plasma-, LED-, LCD-, Projektions- oder Reprojektionsbildschirmen jede Monitorgröße oder Monitorart auswählen. Darüber hinaus können Ladenbesitzer das System mit bereits vorhandener Software wie Content Management oder Warenwirtschaftssystem verknüpfen und so ihren gesamten Warenbestand auf dem Display darstellen. Auch die Abwicklung des Bezahlvorgangs bleibt dem Shopbetreiber überlassen. Aber das ist nicht alles. Das interaktive Schaufenster erkennt nicht nur, wie viele Personen sich vor dem Schaufenster befinden, sondern kann anhand der gesammelten Daten auch vorschlagen, für welche Produkte und Informationen sich Passanten interessieren. Schließlich verfügt es über individuelle Begrüßungstexte das Display, um eine enge Bindung zum Kunden zu gewährleisten.

Das interaktive Schaufenster wurde für den Einsatz in Einkaufszentren und im Einzelhandel entwickelt, Chojecki hält aber auch eine Installation in Museen oder auf Messen für möglich. Dieses 3D-Aufnahmesystem ist derzeit nur ein Prototyp.

Beliebtes Thema