Benachteiligte Jugendliche sind eher Schulabbrecher, junge Eltern und arme Erwachsene

Benachteiligte Jugendliche sind eher Schulabbrecher, junge Eltern und arme Erwachsene
Benachteiligte Jugendliche sind eher Schulabbrecher, junge Eltern und arme Erwachsene
Anonim

Nach einer umfassenden neuen Studie von Forschern der Concordia University und der University of Ottawa brechen benachteiligte Kinder mit größerer Wahrscheinlichkeit die High School ab, werden vorzeitige Eltern und ziehen ihre eigenen Kinder in Armut groß.

Die im International Journal of Behavioral Development veröffentlichte Untersuchung war die erste, die Jungen und Mädchen über drei Jahrzehnte hinweg begleitete, um zu untersuchen, ob kindliche Aggression, sozialer Rückzug und niedriger sozioökonomischer Status das Wohlbefinden von Erwachsenen beeinträchtigen könnten.

"Niedriger sozioökonomischer Status scheint langfristige nachteilige Auswirkungen zu haben - selbst wenn das Verh alten der Kindheit, Bildung und andere Variablen berücksichtigt werden", sagt Hauptautorin Lisa A. Serbin, Psychologieprofessorin an der Concordia University.

"Unsere Studie bestätigt, dass individuelle und umweltbedingte Faktoren einen direkten und dauerhaften Einfluss von der Kindheit bis in die Elternschaft haben. Die Behandlung von Verh altens- und Schulproblemen in der Kindheit könnte das Risiko von wirtschaftlich benachteiligten Kindern, in Armut zu leben, verringern, aber nicht beseitigen Erwachsene", fährt Dr. Serbin fort, der auch Wissenschaftler am Center for Research in Human Development ist.

Diese fortlaufende Studie wurde 1976 gestartet und bewertete die Teilnehmer in dreijährigen Abständen als Teil des größeren Concordia Longitudinal Risk Project. An französischsprachigen öffentlichen Schulen im städtischen Quebec wurden Schüler aus den Klassen 1, 4 und 7 mit niedrigem sozioökonomischem Hintergrund rekrutiert.

In der jüngsten Phase der Studie waren die Teilnehmer Mitte 30. Von den 328 Frauen und 222 Männern, die Eltern geworden sind:

  • 22,6 Prozent der Mütter und 22,5 Prozent der Väter hatten ihre Sekundarschulbildung (11. Klasse) im Alter von 25 Jahren noch nicht abgeschlossen.
  • 40 Prozent der weiblichen Teilnehmer - verheiratet, ledig, zusammenlebend - waren arm.
  • 28 Prozent der männlichen Teilnehmer - verheiratet, ledig, zusammenlebend - waren arm.
  • Im Durchschnitt g alten 35 Prozent der Haush alte als arm.

Auswirkungen von Aggression und Rückzug in der Kindheit

Die Studie ergab, dass Aggression und Rückzug in der Kindheit zu schlechteren Schulleistungen führten. Mädchen mit schulischen Schwierigkeiten hatten ein erhöhtes Risiko, die High School abzubrechen. Mädchen, die die High School nicht abschließen konnten, waren einem größeren Risiko ausgesetzt, in jungen Jahren Mutter zu werden und in Armut zu geraten.

"Aggressive Mädchen waren nicht nur einem größeren Risiko ausgesetzt, früh Mutter zu werden, sondern Kinder in jungen Jahren zu haben, erhöhte auch die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder ohne mindestens einen leiblichen Elternteil aufwachsen würden", sagt Professor Serbin."Die Abwesenheit eines Elternteils wiederum erhöhte die Wahrscheinlichkeit, in Armut zu leben."

Jungen, die aggressiv waren und solche, die schulische Schwierigkeiten hatten, hatten ein erhöhtes Risiko, die High School abzubrechen. Es wurde festgestellt, dass aggressive Jungen ein erhöhtes Risiko haben, junge Eltern von Kindern zu werden, die ohne einen leiblichen Elternteil aufwachsen würden. Frühe Elternschaft prognostizierte zukünftige Familienarmut bei Männern unabhängig von der Familienstruktur.

Damit sich benachteiligte Kinder den Herausforderungen stellen können, betont Professor Serbin, müssen soziale Interventionsstrategien speziell auf Schulabbruch, frühe Elternschaft, elterliche Abwesenheit und Familienarmut abzielen. "Um dies effektiv zu tun, müssen problematisches Verh alten und Lernschwierigkeiten in der Kindheit und Jugend angegangen werden, damit die Elternschaftsbedingungen für sozial benachteiligte Jugendliche wesentlich verbessert werden können", sagt sie.

Diese Studie wurde vom Social Sciences and Humanities Research Council of Canada, den Canadian Institutes of He alth Research und dem Fonds Québécois de la Recherche sur la Société et la Culture finanziert.

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