Warum geben Verbraucher vertrauliche Informationen an zwielichtig aussehende Websites weiter?

Warum geben Verbraucher vertrauliche Informationen an zwielichtig aussehende Websites weiter?
Warum geben Verbraucher vertrauliche Informationen an zwielichtig aussehende Websites weiter?
Anonim

Viele Verbraucher brauchen laut einer neuen Studie im Journal of Consumer Research Hilfe, um zu erkennen, wenn ihre Privatsphäre gefährdet ist.

"Wie können wir die widersprüchlichen Einstellungen verstehen, die Einzelpersonen zum Datenschutz zeigen - von der scheinbar rücksichtslosen Bereitschaft einiger, persönliche und sogar belastende Informationen auf Websites sozialer Netzwerke zu veröffentlichen, bis hin zu der Besorgnis, die die Menschen über die Bandbreite der Informationen äußern über sie und die Art und Weise, wie sie verwendet werden, gesammelt werden?" schreiben die Autoren Leslie K. John, Alessandro Acquisti und George Loewenstein (alle Carnegie Mellon University).

Die Forscher fanden heraus, dass Hinweise in verschiedenen Situationen zu unterschiedlichen Ebenen der Offenlegung führen. Beispielsweise wurden in ihrem ersten Experiment Besucher der Website der New York Times entweder direkt oder indirekt gefragt, ob sie ihre Steuern hintergangen hätten. Einundzwanzig Prozent gaben zu, betrogen zu haben, als sie indirekt gefragt wurden, gegenüber 12,9 Prozent, die direkt gefragt wurden.

In nachfolgenden Experimenten wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie sich auf eine Reihe unterschiedlicher Verh altensweisen eingelassen hatten. Einige Teilnehmer beantworteten eine Umfrage auf einer Website, die absichtlich so gest altet wurde, dass sie unprofessionell aussah, mit einer Überschrift, in der sie fragten: „How BAD are U???“in roter Schriftart neben einem Cartoon-Teufel-Logo. Andere beantworteten dieselbe Umfrage auf einer Website, die neben dem Universitätswappen als „Carnegie Mellon University Executive Council Survey on Ethical Behaviors“bezeichnet wurde. „Die Leute waren eher bereit, vertrauliche Informationen preiszugeben, wenn die Umfrage auf einer unprofessionell aussehenden Website durchgeführt wurde“, schreiben die Autoren.

Die Autoren stellten fest, dass sie die Teilnehmer dazu anregen konnten, sich Datenschutzfragen bewusster zu werden. Personen, die eine Fotoidentifikationsaufgabe abgeschlossen hatten, in der sie aufgefordert wurden, Phishing-E-Mails zu identifizieren (die Empfänger dazu verleiten sollen, Informationen wie Passwörter preiszugeben), gaben im nächsten Experiment mit geringerer Wahrscheinlichkeit vertrauliche Informationen preis.

"Menschen scheinen sich natürlich wohl dabei zu fühlen, persönliche Informationen auf unprofessionellen Websites preiszugeben - die sie wohl eher missbrauchen", schreiben die Autoren. "Die vorliegende Forschung wirft Fragen über die Fähigkeit der Menschen auf, diese Komplexitäten eigennützig zu bewältigen."

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