Die Zwangsvollstreckung senkt den Verkaufspreis eines Eigenheims um durchschnittlich 27 Prozent

Die Zwangsvollstreckung senkt den Verkaufspreis eines Eigenheims um durchschnittlich 27 Prozent
Die Zwangsvollstreckung senkt den Verkaufspreis eines Eigenheims um durchschnittlich 27 Prozent
Anonim

Die Zwangsvollstreckung reduziert den letztendlichen Verkaufspreis eines Eigenheims um durchschnittlich 27 Prozent im Vergleich zu den Preisen, die für ähnliche Immobilien in der Nähe gezahlt werden. Die Häuser in der Nähe wiederum könnten ihre eigenen Preise um 1 Prozent drücken, wenn sie sich zufällig in einem Umkreis von 250 Fuß um das zwangsversteigerte Grundstück befinden.

Das sind die Ergebnisse von Ökonomen der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology, die Aufzeichnungen über 1,83 Millionen Hausverkäufe in Massachusetts von 1987 bis 2009 durchforstet haben. Ihre Forschung, die demnächst in der Zeitschrift American Economic Review erscheint, ist die gründlichste und umfassende Analyse bis dato der erlittenen Verluste auf zwangsversteigerten Grundstücken.

"Die Verluste bei zwangsversteigerten Häusern erwiesen sich als viel größer als wir erwartet hatten", sagt Hauptautor John Y. Campbell, Wirtschaftsprofessor von Morton L. und Carole S. Olshan in Harvard. "Wenn überhaupt, könnten diese Ergebnisse die landesweiten Verluste auf zwangsvollstreckten Immobilien unterschätzen, da Massachusetts in den letzten Jahren keinen so ausgeprägten Immobilienboom und -rückgang erlebt hat wie in vielen anderen Teilen des Landes."

Campbell und seine Co-Autoren, Stefano Giglio von Harvard und Parag Pathak vom MIT, fanden heraus, dass andere Arten von Zwangsverkäufen ebenfalls die Immobilienpreise senken, jedoch um geringere Beträge. Wenn ein Haus nach dem Tod eines Eigentümers verkauft wird, sinkt der Preis durchschnittlich um 5 bis 7 Prozent. Wenn ein Eigentümer Insolvenz anmeldet, sinkt der Wert um durchschnittlich 3 Prozent.

Die Forscher schreiben, dass Preisnachlässe im Zusammenhang mit Todesfällen aus schlechter Hausinstandh altung durch ältere Verkäufer resultieren können, während Preisnachlässe bei Zwangsvollstreckungen auf die größere Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung bei zwangsversteigerten Häusern und insbesondere auf die Gefahr von Vandalismus zurückzuführen zu sein scheinen.Sie stellen fest, dass der prozentuale Verlust bei zwangsversteigerten Immobilien im Durchschnitt in weniger sicheren Gegenden größer ist, wo das Risiko von Schäden an leerstehenden Häusern höher sein kann.

"Banken wissen, dass es schlecht ist, Vermögenswerte zu h alten, die anfällig für Schäden sind, und möchten solche Vermögenswerte schnell entladen", sagt Campbell. "Außerdem sind die Kosten für den Unterh alt eines Hauses fix, aber diese Fixkosten fressen einen größeren Teil des Preises eines billigen Hauses auf - was die Kreditgeber noch eifriger macht, zwangsversteigerte billigere Häuser zu verkaufen."

Campbell und seine Kollegen stellten fest, dass die Preise anderer Häuser um etwa 1 Prozent fallen, wenn sie sich in einem Umkreis von etwa 250 Fuß um ein Zwangsvollstreckungsobjekt befinden, ein Effekt, der bei Häusern 500 oder mehr Fuß von einer Zwangsvollstreckung entfernt verschwindet. Darüber hinaus scheinen diese "Ansteckungseffekte" kumulativ zu sein, was bedeutet, dass mehrere zwangsversteigerte Häuser in unmittelbarer Nähe den Wert anderer nahe gelegener Immobilien um mehrere Prozentpunkte senken können.

Die Forscher sagen, dass ihre Ergebnisse darauf hindeuten, dass die öffentliche Ordnung darauf abzielen sollte, Zwangsvollstreckungen zu minimieren, die allgemein schädlich erscheinen.

"Unsere Arbeit liefert Beweise für echten sozialen Schaden, der durch Zwangsvollstreckungen entsteht", sagt Campbell. "Die öffentliche Ordnung sollte davon abh alten, sich auf die Zwangsvollstreckung als Mittel zum Schutz der Kreditgeber zu verlassen. Während die Zwangsvollstreckung die Kreditgeber retten kann, schadet sie dem Rest der Gesellschaft."

Die Arbeit von Campbell, Giglio und Pathak wurde von der Harvard Real Estate Academic Initiative unterstützt.

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