Können Regierungen Terrorismus verhindern und gleichzeitig die Menschenrechte respektieren?

Können Regierungen Terrorismus verhindern und gleichzeitig die Menschenrechte respektieren?
Können Regierungen Terrorismus verhindern und gleichzeitig die Menschenrechte respektieren?
Anonim

Ein neues Forschungssymposium untersucht die Wechselbeziehungen zwischen Terrorismus und staatlicher Achtung der Menschenrechte, sowohl im Hinblick darauf, wie politische Behörden auf terroristische Gew alt reagieren, als auch wie Menschenrechtsverletzungen nachfolgende Terroranschläge vorhersagen können. Als Reaktion auf einen Mangel an systematischen Beweisen und granularen Daten zu den Verbindungen zwischen diesen beiden Bereichen befasst sich das Symposium sowohl mit nationalen als auch mit internationalen Themen, die von der öffentlichen Meinung über Folter bis zum Gefangenenlager Guantanamo, sexuellem Missbrauch in israelischen Gefängnissen und dem amerikanischen Profil im Ausland reichen.

Die Forschungsergebnisse erscheinen in der Juli-Ausgabe von PS: Political Science and Politics, einer Zeitschrift der American Political Science Association.Gastherausgeber des Symposiums waren James A. Piazza, außerordentlicher Professor für Politikwissenschaft an der Pennsylvania State University, und James Igoe Walsh, außerordentlicher Professor für Politikwissenschaft an der University of North Carolina in Charlotte. Alle Artikel sind online auf der Website von Cambridge University Press unter http://journals.cambridge.org/action/displayIssue?jid=PSC&volumeId=43&seriesId=0&issueId=03 zu finden.

Piazza und Walshs bahnbrechende Vorstudie verwendet empirische Analysen, um die Auswirkungen verschiedener Arten von Menschenrechtsverletzungen auf die Anfälligkeit eines Staates für Terroranschläge zu untersuchen. Die Autoren kategorisieren Missbrauch in Folter, politische Inhaftierung, Verschwindenlassen und außergerichtliche Tötungen und kommen zu dem Schluss, dass die Einschränkung der Bürgerrechte den Terrorismus tatsächlich anheizt. Sie stellen jedoch auch fest, dass die staatliche Repression als Reaktion auf Terrorismus begrenzt ist, was darauf hindeutet, dass sich Menschenrechtsanwälte effektiver auf andere Bedrohungsbereiche konzentrieren könnten.

Das Symposium enthält sechs zusätzliche Artikel. Emilie Hafner-Burton (University of California-San Diego) und Jacob Shapiro (Princeton University) untersuchen die Gültigkeit allgemein verbreiteter Überzeugungen, dass Terrorismus starken Druck auf Regierungen – insbesondere Demokratien – ausübt, die Menschenrechte einzuschränken, und dass diese Einschränkungen sowohl unmoralisch als auch unmoralisch sind kontraproduktiv zur Eindämmung des Terrorismus. Will H. Moore (Florida State University) nutzt die Demokratietheorie, um staatliche Reaktionen der Repression auf terroristische Aktivitäten zu untersuchen. Einen ähnlichen theoretischen Ansatz verfolgend, zieht Michael Desch (University of Notre Dame) Parallelen zwischen den Reaktionen der Regierungen Obama und Bush auf die Politik der Terrorismusbekämpfung und argumentiert, dass beide Präsidenten im Wesentlichen den gleichen Kurs eingeschlagen haben. Mia Bloom (Penn State University) untersucht im Rahmen einer deskriptiven Fallstudie israelisch besetzter Gebiete, wie der Missbrauch von Frauen durch Besatzungsmächte die lokale Unterstützung von Aufständischen und Terroristen beeinflusst.

Mehrere Artikel führen entscheidende neue Datensätze in den Diskurs ein, die für die spätere Forschung und Politikformulierung von unschätzbarem Wert sein werden. Jennifer Holmes und Linda Camp Keith (University of Texas at Dallas) verwenden unabhängige Daten, um die Auswirkungen der Anschläge vom 11. September auf die US-Asylpolitik zu untersuchen, insbesondere in Bezug auf Antragsteller, die Arabisch sprechen oder aus Ländern stammen, in denen Mitglieder von Al Qaida leben. Paul Gronke und Darius Rejali (Reed College) bieten eine neue Reihe von Daten über die öffentliche Meinung zur Folter zum Zeitpunkt der Wahlen von 2008 an, die zeigen, dass die US-Öffentlichkeit trotz der allgemeinen Annahme die Anwendung von Folter erst nach sechs Monaten befürwortete die Obama-Administration. Ihr Artikel befasst sich energisch mit der Frage, wie es dazu kam, dass Meinungen in den Medien so stark falsch dargestellt wurden.

Die von diesem Symposium angebotenen Stipendien leisten einen bedeutenden Beitrag nicht nur für akademische Kreise, sondern auch für die politische Entscheidungsgemeinschaft. Neue Daten zur öffentlichen Meinung und politischen Ergebnissen angesichts terroristischer Aktivitäten und theoretische Untersuchungen der Grundlagen nationaler politischer Entscheidungen ermöglichen einen sachkundigeren zukünftigen Diskurs.Angesichts des hohen Einsatzes bei Entscheidungen zur Terrorismusbekämpfung ist eine solche Forschung von entscheidender Bedeutung, um ein breites Verständnis zu fördern und die nationalen Ziele zu erreichen.

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