Verstehen Wissenschaftler die Öffentlichkeit?

Verstehen Wissenschaftler die Öffentlichkeit?
Verstehen Wissenschaftler die Öffentlichkeit?
Anonim

Wissenschaftliche Fortschritte rufen in der Öffentlichkeit oft tiefe Besorgnis hervor, insbesondere wenn diese Fortschritte stark vertretene politische oder moralische Perspektiven in Frage stellen.

Ein Projekt der American Academy of Arts and Sciences zur Verbesserung des Verständnisses der wissenschaftlichen Gemeinschaft für öffentliche Bedenken in Bezug auf Wissenschaft und Technologie untersuchte, wie Wissenschaftler mit der Öffentlichkeit interagieren und wie ihr gegenseitiges Verständnis verbessert werden könnte. Mehr als fünfzig Wissenschaftler, Ingenieure, Experten für öffentliche Ordnung, Rechtsanwälte, Ethiker und Journalisten nahmen an einer Reihe von Workshops teil, die sich auf vier Bereiche von öffentlichem Interesse konzentrierten: die Standortbestimmung von Endlagern für Atommüll; die Verbreitung persönlicher genetischer Informationen; die nächste Generation des Internets; und die Risiken und Vorteile neuer Energietechnologien.Mehrere gemeinsame Themen tauchten auf:

  • Wissenschaftler und die Öffentlichkeit tragen gemeinsam die Verantwortung für die Kluft. Wissenschaftler und technische Experten gehen manchmal davon aus, dass ihre Arbeit letztendlich dem Gemeinwohl dient. Mitglieder der Öffentlichkeit können viszeral und ideologisch reagieren, aber sie können auch wichtige Themen ansprechen, die Beachtung verdienen.
  • Wissenschaftliche Fragestellungen erfordern einen "vorausschauenden Ansatz". Eine vielfältige Gruppe von Interessenvertretern – Forscher, Sozialwissenschaftler, Experten für öffentliches Engagement und erfahrene Kommunikatoren – sollte frühzeitig zusammenarbeiten, um potenzielle wissenschaftliche Kontroversen und die beste Methode zum Umgang mit daraus resultierenden Bedenken der Öffentlichkeit zu identifizieren.
  • Kommunikationslösungen unterscheiden sich erheblich, je nachdem, ob ein wissenschaftliches Thema schon lange existiert (z. B. die Entsorgung von Atommüll) oder relativ neu ist (z. B. die Verbreitung persönlicher genetischer Informationen).Im Fall langjähriger Kontroversen hatten Sozialwissenschaftler möglicherweise die Gelegenheit, Untersuchungen zu öffentlichen Ansichten durchzuführen, die Kommunikationsstrategien beeinflussen können. Für neue Technologien wird es weniger zuverlässige Analysen der öffentlichen Meinung geben.

In Do Scientists Understand the Public?, einem neuen Artikel, der auf der Academy-Studie basiert, überprüft der Wissenschaftsjournalist Chris Mooney die Ergebnisse und Empfehlungen des Workshops. Die Monographie ist online verfügbar unter

Laut Mooney haben Wissenschaftler und die Öffentlichkeit oft "sehr unterschiedliche Wahrnehmungen von Risiken und sehr unterschiedliche Arten, ihr Vertrauen zu schenken und die Glaubwürdigkeit von Informationsquellen zu beurteilen."

"Vielleicht missverstehen Wissenschaftler die Öffentlichkeit … aufgrund ihrer eigenen Macken, Annahmen und Verh altensmuster", sagt Mooney. Laien hingegen neigen dazu, „ihre Antworten auf wissenschaftliche Kontroversen durch ihre ethischen oder Wertesysteme sowie durch ihre politischen oder ideologischen Ansichten zu überanstrengen."

Leiter der vier Academy-Workshops waren: David Clark, Massachusetts Institute of Technology (The Next Generation of the Internet); Thomas Isaacs, Lawrence Livermore National Laboratory; Stanford University (Öffentliche Wahrnehmung von Endlagern für Atommüll); David Altshuler, Broad Institute (Die Verbreitung persönlicher genetischer Informationen); und Robert Fri, Resources for the Future (The Risks and Benefits of Emerging Energy Technologies).

Das mehrjährige Projekt der Akademie, „Improving the Scientific Community’s Understanding of Public Concerns about Science and Technology“, wurde hauptsächlich von der Alfred P. Sloan Foundation unterstützt.

Als Ergänzung zu dieser Studie wird die American Academy in Kürze einen neuen Band herausgeben, Science and the Media, herausgegeben von Donald Kennedy (Stanford University) und Geneva Overholser (University of Southern California Annenberg School of Journalism). Die Sammlung von Essays wird die Rolle von Wissenschaftlern, Journalisten und öffentlichen Informationsbeauftragten bei der Kommunikation über Wissenschaft und Technologie erörtern.

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