Polizei, Diebe und normale Menschen wenden unterschiedliche Logiken an, wenn sie Entscheidungen treffen, wie Studien zeigen

Polizei, Diebe und normale Menschen wenden unterschiedliche Logiken an, wenn sie Entscheidungen treffen, wie Studien zeigen
Polizei, Diebe und normale Menschen wenden unterschiedliche Logiken an, wenn sie Entscheidungen treffen, wie Studien zeigen
Anonim

Eine von der Universität Granada in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge durchgeführte Studie ergab, dass Polizisten und normale Menschen bei Entscheidungen anders argumentieren als Kriminelle. Das heißt, sie argumentieren auf unterschiedliche Weise. Diese Schlussfolgerung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Strafgerichtsbarkeit haben.

Für diese Studie nahmen García Retamero und Dhami eine Stichprobe von 120 freiwillig teilnehmenden Personen. Die Stichprobe bestand aus 40 erfahrenen Kriminellen, 40 erfahrenen Polizeibeamten und 40 Studenten, die nichts mit kriminellen Aktivitäten zu tun hatten.Die Polizisten waren im Durchschnitt seit 19,4 Jahren für die Sicherheitskräfte tätig und konzentrierten sich hauptsächlich auf die Aufklärung von Raubüberfällen.

Die Kriminellen gaben an, durchschnittlich 57,2 Raubüberfälle begangen zu haben. Sie waren verurteilte Kriminelle, die nur einmal wegen Einbruchs inhaftiert waren. Die Schüler gaben an, wie oft sie Opfer eines Diebstahls geworden waren (nur durchschnittlich 0,6 Mal).

Faktoren

Die Teilnehmer – Polizisten, erfahrene Kriminelle und Studenten, die nichts mit kriminellen Aktivitäten zu tun haben – wurden gebeten, die Bedeutung bestimmter Faktoren bei der Vorhersage der Wahrscheinlichkeit eines Wohnungseinbruchs einzuschätzen. Einige der Faktoren waren: voller/leerer Briefkasten, Licht an/aus, die Tatsache, dass das Haus eine Wohnung oder ein Haus ist, oder das Vorhandensein von vernachlässigten Pflanzen. Sie wurden gebeten, sie danach zu klassifizieren, inwieweit ihre Anwesenheit dazu beitragen könnte, einen erfolgreichen Einbruch vorherzusagen. Zum Beispiel: Für den Faktor „Haussicherheitssysteme“wurden sie mit folgender Situation konfrontiert: „Stellen Sie sich zwei Häuser vor: eines mit Einbruchmeldeanlage und das andere ohne.Inwieweit ist es wahrscheinlicher, dass in das Haus ohne Alarm eingebrochen wird?“Um diese Frage zu beantworten, mussten die Teilnehmer einen Kreis um einen Wert von 0 bis 100 auf einer zehnstufigen Intervallskala ziehen. Anschließend wurden die Teilnehmer klassifiziert auf der Grundlage ihrer Strategie.

Signifikante Unterschiede

Die Ergebnisse zeigten, dass die beiden Expertengruppen (Einbrecher und Polizisten) die Bedeutung und Einstufung der einzelnen Faktoren unterschiedlich einschätzten. Die Wahrnehmung der Polizisten ähnelte eher der von einfachen Menschen als der von Einbrechern. Daher waren sich Polizeibeamte und einfache Leute einig, dass die Methode, mit der in das Haus eingebrochen wurde, der relevanteste Faktor war, wenn es darum ging, einen erfolgreichen Einbruch vorherzusehen. Umgekehrt hielten die Einbrecher das Vorhandensein einer Einbruchmeldeanlage für den relevantesten Faktor.

Obwohl sich die Antworten beider Expertengruppen unterschieden, waren sie konsistenter als die der einfachen Leute.Das heißt, die Experten verwendeten konsistentere Kriterien, wenn es darum ging, sie auf unterschiedliche Weise auszudrücken, und sie stimmten in höherem Maße mit Experten ihrer eigenen Gruppe überein.

Die aus dieser Untersuchung gezogenen Schlussfolgerungen, so die Forscher, "leisten einen neuen Beitrag zur Untersuchung der Unterschiede zwischen Experten und unerfahrenen Menschen. Sie könnten auch wichtige Auswirkungen auf die Strafgerichtsbarkeit und Entscheidungsmuster haben."

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