Menschen unterwegs machen Städte sicher

Menschen unterwegs machen Städte sicher
Menschen unterwegs machen Städte sicher
Anonim

Junge Menschen, die Drohungen und Gew alt erlebt haben, fühlen sich im städtischen öffentlichen Raum unsicherer als andere, besonders wenn sie alleine sind. Dies ist eine Schlussfolgerung von Forschern der Universität Göteborg, Schweden.

Gabriella Sandstig, Forscherin an der Fakultät für Sozialwissenschaften, hat untersucht, wie Menschen Bedrohungen und Risiken im urbanen öffentlichen Raum wahrnehmen. Genauer gesagt konzentriert sich ihre Forschung darauf, wie das physische Umfeld einer Stadt – zum Beispiel Gebäude und Straßen – mit dem sozialen Umfeld und der Wahrnehmung der Menschen, die Stadt mit anderen zu teilen, interagiert. Beispielsweise wirkt ein verlassenes Parkhaus in den Nachtstunden bedrohlicher als derselbe Ort tagsüber, wenn viele Menschen in der Nähe sind.

Das Gefühl, allein zu sein, ist ein starker Faktor hinter dem Gefühl der Unsicherheit. Zusammen mit Freunden oder Bekannten fühlt man sich am sichersten, aber auch in der Nähe vieler Fremder, zum Beispiel an einer belebten Straße, fühlt man sich sicher. Darüber hinaus zeigt ihre Forschung, dass Städte sicherer gemacht werden können, indem ein Gefühl der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit geschaffen wird.

'Wir müssen den öffentlichen Raum bevölkern und deutlich machen, dass niemand allein ist und dass sich jemand um unser öffentliches Umfeld kümmert. Es kann effektiver sein, in mehr Straßenlaternen zu investieren – und dafür zu sorgen, dass sie in einwandfreiem Zustand sind – als für Maßnahmen zur Kriminalprävention zu zahlen “, sagt Sandstig.

Der häufigste Grund, warum Menschen sich unsicher fühlen, ist die persönliche Erfahrung von Bedrohungen und ernsthaften Risiken, was sowohl persönliche Opfer als auch das Erleben von Opfern anderer Personen einschließt. Im Gegensatz zu früheren Studien stellte Sandstig fest, dass sich junge Menschen unsicherer fühlen als alte Menschen.

Die Erkenntnisse zur Rolle der Medien sind recht komplex. Sandstig stellte fest, dass Medienberichte an sich zwar keinen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Menschen haben, es scheint aber, dass die Überzeugungen der Menschen darüber, wie Medien ihre Arbeit erledigen, eine wichtige Rolle spielen. Menschen, die glauben, dass die Medien oft zu wenig über Risiken, Bedrohungen und Gew alt berichten, fühlen sich tendenziell unsicherer als Menschen, die glauben, dass die Berichterstattung der Medien korrekt oder übertrieben ist.

Sandstig sagt, dass ihre Studie die erste schwedische Studie ist, die das wahrgenommene Gefühl der Unsicherheit in städtischen öffentlichen Räumen umfassender erklärt. Die Studie stützt sich hauptsächlich auf Daten aus den Jahren 2001-2007 aus den schwedischen sogenannten SOM-Erhebungen, aber auch auf zwei quantitative Inh altsanalysen von Bedrohungen und Risiken, über die in den führenden Zeitungen Westschwedens, /Göteborgs-Posten/ und /GT/, berichtet wird 1950 bis 2003. Die regionalen Erhebungen richteten sich an Personen in der Provinz Västra Götaland und in der Stadt Kungsbacka. Die Studie verwendete einfache Zufallsstichproben und umfasste im Jahr 2007 insgesamt 6000 Personen im Alter von 15 bis 85 Jahren aus der Provinz Västra Götaland und der Stadt Kungsbacka.

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