Macht uns Slumtourismus zu besseren Menschen?

Macht uns Slumtourismus zu besseren Menschen?
Macht uns Slumtourismus zu besseren Menschen?
Anonim

Slumtourismus ist eine Wachstumsbranche, in der sich immer mehr wohlhabende Reisende dafür entscheiden, die ärmsten Teile der Welt zu besuchen. Was treibt den Slumtourismus an? Ist es ein neuer Trend? Welche Auswirkungen hat der Slumtourismus auf die Menschen, die sich für diese Art von „Urlaub“entscheiden? Werden sie dadurch zu besseren Menschen und löst die Erfahrung einen Aufruf zum Handeln für sozialen Wandel aus?

Ein Forscher der Bristol Business School der University of the West of England ist dabei, ein Projekt zu starten, das sich mit einigen dieser Fragen und mehr befassen wird.

Fabian Frenzel wird in die Favelas von Rio de Janeiro reisen, um herauszufinden, warum die Menschen dorthin gehen, was die Reiseveranst alter veranlasst, diese Art von „Urlaub“anzubieten, und das Ethos hinter den Organisationen.Geben die Reiseveranst alter etwas zurück, haben die Reisenden eine tiefgreifende Erfahrung oder ist diese Art des Reisens wenig mehr als Voyeurismus?

Fabian Frenzel erklärt: „Slumming ist kein neues Phänomen, reiche Menschen werden von Slums angezogen, seit sie als Folge der industriellen Revolution im frühen 19 Und es gibt Hinweise darauf, dass die Slumerfahrung die soziale Motivation, Gutes zu tun, aufrechterh alten und darüber hinaus politische Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit ausgelöst hat.

"Was mich interessiert, ist die jüngste Zunahme an organisierten Touren zu Slums oder Elendsvierteln mit einer Vielzahl verschiedener Arten von Reiseveranst altern. Ich werde mir ein 'soziales', nicht gewinnorientiertes und ein gewinnorientiertes Unternehmen ansehen Unternehmen, um die moralischen Dilemmata dieser Art von Tourismus zu bestimmen. Kritiker argumentieren, dass die Würde der Slumbewohner durch den touristischen Blick verletzt wird. Aber andere sagen, dass die Exposition gegenüber der „Erfahrung" Menschen aus privilegierteren Verhältnissen dazu motivieren kann, „ dadurch etwas Gutes tun.

"Viele Gegenden auf der ganzen Welt, die einst als Slums g alten, sind deutlich gentrifiziert worden, und die Bedingungen, unter denen die Menschen einst lebten, haben zum Wachstum einzigartiger kultureller Gemeinschaften geführt. Harlem in New York ist ein Paradebeispiel für die Gegend Einst mit Gew altkriminalität in Verbindung gebracht, hat sich der Drogen- und Sexhandel davon emanzipiert, da sich Reisende von den Menschen, der Musik und der Atmosphäre dieses multidimensionalen Viertels angezogen fühlen.Vieles, was Harlem heute attraktiv macht, ist aus der Erfahrung der Menschen entstanden die dort lebten, als die Zeiten viel härter waren. Besucher des Viertels haben wohl die Nachricht von der einzigartigen Kultur verbreitet und dies hat dazu beigetragen, den sehr allmählichen Wandel zu motivieren. Dies wurde bereits in historischen Büchern wie "Slumming" von Seth Koven dokumentiert besonders beim viktorianischen Slumtourismus in London oder "Slumming in New York" von Robert M. Dowling.

"Während meines Besuchs in Brasilien werde ich die Reiseveranst alter interviewen, an den Touren teilnehmen und mit den Reisenden und den Menschen in den Slums sprechen.Ich möchte herausfinden, wie die Menschen in den Favelas über den Tourismus und das Ausmaß ihres Engagements bei den Touren denken. Ich möchte herausfinden, was die Reiseveranst alter zurücklegen und wie die Erfahrung die Reisenden motiviert, sich nach ihrer Reise für gesellschaftliche Veränderungen zu engagieren. Macht der Slumtourismus die Reisenden zu besseren Menschen? Verändert die Erfahrung wirklich das Leben? Führen die Menschen die Seelensuche durch, ändern sie ihren Lebensstil, ihre Arbeitswahl, spenden sie wohltätig, beteiligen sie sich an Freiwilligenarbeit? Bewegt das Ethos des Reiseveranst alters die Wahl des Reisenden für ein Erlebnis oder wird die Motivation von Kosten- oder Komfortfaktoren bestimmt?

"Das Projekt wurde durch eine neue Finanzierungsrunde an der UWE mit dem Namen "Early Career Researcher Starter Grant" ermöglicht, die frühen Forschern hilft, bedeutende Arbeitspakete durchzuführen, die den Unterricht informieren und als Sprungbrett für zukünftige Projekte dienen. Dies Arbeit wird in meine Lehre einfließen und gibt mir einen temporären Raum, um eine Grundlage für laufende Forschungsinteressen zu schaffen."

Fabian wird im Sommer 2010 nach Brasilien reisen und im Herbst ein Forschungsseminar an der Bristol Business School der UWE leiten, wo er seine Ergebnisse präsentieren wird.

Beliebtes Thema