Der Klimawandel führt nicht immer zu Konflikten

Der Klimawandel führt nicht immer zu Konflikten
Der Klimawandel führt nicht immer zu Konflikten
Anonim

Der Klimawandel, der um 2000 v. Chr. in Mesopotamien stattfand, führte nicht zu einem Krieg, sondern zur Entwicklung einer neuen gemeinsamen Identität. Obwohl die zunehmende Dürre oft zu Konkurrenz und Konflikten führt, scheint es in Nordmesopotamien keine Beweise dafür zu geben, so der niederländische Forscher Arne Wossink.

Wossink untersuchte, wie die Bauern und Nomaden im Norden Mesopotamiens – dem heutigen Grenzgebiet zwischen der Türkei, Syrien und dem Irak – auf die Klimaveränderungen reagierten, die zwischen 3000 und 1600 v. Chr. stattfanden. Er erwartete, beträchtliche Beweise für Konkurrenz zu finden: Als Nahrung und Wasser knapper wurden, könnte die natürliche Folge durchaus Konflikte sein.Er entdeckte jedoch, dass die Bauern viel engere Bindungen zu den halbnomadischen Viehzüchtern entwickelten.

Konkurrenz durch schnelles Bevölkerungswachstum

Der Archäologe analysierte frühere Funde aus der Gegend sowie alte Texte. Seine Forschung zeigt, wie wichtig es ist, das Klima nicht als alleinige Ursache zu sehen: Insbesondere menschliche Reaktionen spielen eine große Rolle. Wossink untersuchte drei Regionen und nur eine davon wies Spuren von Konkurrenz zwischen Siedlungen auf. Die Fertigstellung in diesem Bereich war aber wohl dem starken Bevölkerungswachstum geschuldet, das dort stattfand.

Zugang zum Handel

Die Bauern in Nordmesopotamien wollten nicht miteinander konkurrieren, sondern sich den Umständen anpassen. Wossink zeigt, dass die Ankunft der bis dahin als (halb-)nomadisch geltenden Amoriter nicht einfach ein Infiltrationsprozess war. Der Aufstieg der Amoriter ist als Verbreitung einer Identität zu sehen, die Ackerbauern und Viehzüchter zusammenbrachte.Durch die Annahme der amoritischen Identität erhielten die Bauern Zugang zu einem großen Handelsnetz, das notwendig war, um die Dürreperiode zu überleben.

Die von Wossink durchgeführte Forschung ist Teil des multidisziplinären Projekts zur Besiedlung der Steppe. Die Archäologie sich verändernder Gesellschaften in syro-palästinensischen Trockengebieten während der Bronze- und Eisenzeit. Dieses Projekt soll einen Einblick in die Vielf alt und Stabilität menschlicher Besiedlung in Randregionen des Nahen Ostens geben. Es wird vom Open Competition-Programm der NWO finanziert.

Anfang dieses Jahres erhielt Wossink eine Rubicon-Subvention von NWO. Rubicon bietet frisch promovierten Forschern die Möglichkeit, Erfahrungen an einem Spitzeninstitut im Ausland zu sammeln.

Eva Kaptijn wurde am 28. Oktober 2009 im selben Projekt promoviert.

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