In Kunst zu investieren ist weniger rentabel als in Aktien zu investieren

In Kunst zu investieren ist weniger rentabel als in Aktien zu investieren
In Kunst zu investieren ist weniger rentabel als in Aktien zu investieren
Anonim

In Kunstwerke zu investieren lohnt sich, aber etwas weniger als oft angenommen oder erhofft. Zu diesem Schluss kommen der Tilburger Professor für Corporate Finance Luc Renneboog und der Forscher Christophe Spaenjers auf der Grundlage von Daten aus über 1,2 Millionen Auktionshausverkäufen von Gemälden, Zeichnungen und Drucken. Zwischen 1951 und 2007 stieg der Wert von Kunstwerken um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr.

Luc Renneboog und Christophe Spaenjers haben die Verkäufe von 1,2 Millionen Kunstwerken von mehr als 10.000 Künstlern untersucht: die größte Datenbank für Kunstauktionen aller Zeiten. Mittels einer „hedonistischen Regressionsanalyse“errechneten sie einen Preisindex, der zeigte, dass Kunstwerke um durchschnittlich 4 im Wert gestiegen sind.03 % zwischen 1951 und 2007 real (also inflationsbereinigt). Nominal beträgt der Kursanstieg in diesem Zeitraum 4,5 Prozent.

Im Zeitraum 2002-2007, als der Kunstmarkt wirklich boomte, war der durchschnittliche Wertzuwachs von Kunstwerken mit 11,6 % pro Jahr höher. Diese hohen durchschnittlichen Renditen, die vielen spektakulären Renditen einzelner Gemälde (z. B. wurden allein im Jahr 2007 mehr als 1.000 Gemälde für mehr als 1 Mio Entwicklungsländern erklärt das gestiegene Interesse an Kunst als Investition.

Aber wenn man langfristig die Gewinne aus Kunst mit denen aus Geldanlagen vergleicht, zeigt sich, dass Kunst weniger profitabel ist als Aktien und Anleihen. Die Forscher folgern daraus, dass Kunstwerke primär aus nichtfinanziellen Gründen gekauft werden sollten, in der Hoffnung, dass die hohen Transaktionskosten durch die langfristige Wertsteigerung kompensiert werden.

Pop Art und Expressionismus

Auch Renneboog und Spaenjers finden Belege für einen positiven Masterpiece-Effekt: Hochwertige Kunst ist besser investiert. Die wertvollsten Künstler sind Pieter Bruegel (der Jüngere), Rubens, Goya, Ingres, Degas, Van Gogh, Kandinsky, Morandi, Picasso, Pollock, Klein und Guanzhong.

Darüber hinaus ist der Wert von Ölgemälden stärker gestiegen als der von Zeichnungen und Drucken. Und Kunstschulen der Nachkriegszeit wie Abstrakter Expressionismus und Pop Art haben besser abgeschnitten als Vorkriegsschulen, obwohl erstere durch stärkere Preisschwankungen gekennzeichnet sind.

Nach Ansicht der Forscher wird der Preis von Kunstwerken hauptsächlich durch das Ansehen des Künstlers und die Authentizität des Werks bestimmt. Auch das Thema der Arbeit spielt eine Rolle. Selbstporträts und Stadtansichten zum Beispiel erzielen die besten Preise. Die teuersten Werke werden von Sotheby’s oder Christie’s in London oder New York verkauft.

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