Wohlstand in Ostdeutschland erreicht fast westliches Niveau

Wohlstand in Ostdeutschland erreicht fast westliches Niveau
Wohlstand in Ostdeutschland erreicht fast westliches Niveau
Anonim

Die deutsche Wiedervereinigung ist besser vorangekommen, als es die Stimmung der Bevölkerung sowohl im Osten als auch im Westen widerspiegelt. Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall hat der Lebensstandard im Osten der DDR (ehemals DDR) fast den der westlichen Bundesländer erreicht, so eine Studie von Professor Dr. Klaus Schroeder, Leiter des Forschungszentrums über den Staat der Sozialistischen Einheitspartei (SED) an der Freien Universität.

Nach dieser Studie hat der durchschnittliche Lebensstandard in ostdeutschen Haush alten "den westdeutschen Haush alten in Bezug auf Gebrauchsgüter und auch Wohnen im Allgemeinen erreicht und teilweise sogar übertroffen.Als Gewinner der Einheit sieht Schröder vor allem die Rentner im Osten des Landes. „Statt 30 bis 40 Prozent des Durchschnittsverdienstes zu DDR-Zeiten erh alten sie 80 Prozent, manchmal sogar über 100 Prozent ihres Durchschnittsverdienstes zu DDR-Zeiten Zeiten wie die gesetzliche Rente.“Auch Kinder und Jugendliche in den östlichen Bundesländern haben von der Einigung profitiert. Viele von ihnen haben durch eine deutliche Steigerung der höheren Bildungsabschlüsse bessere Zukunftsperspektiven als am Ende der DDR-Zeit. "Der Anteil der Abiturienten an den Schulabgängern hat sich im Vergleich zu 1989 jedes Jahr fast verdreifacht."

Die Studie zeigt, dass sich die realen Nettomonatsverdienste ostdeutscher Arbeitnehmer zwischen 1991 und 2007/2008 in etwa verdoppelt haben. Laut Schröder stiegen die realen Nettomonatsverdienste der ostdeutschen Arbeiter um – je nach Familienstand – um 60 bis 80 Prozent, „eine beispiellose Wohlstandsexplosion."

Über die sozialen Schichten hinweg ist die Anpassung in den östlichen Bundesländern unterschiedlich schnell vorangeschritten. Einpersonenhaush alte und Haush alte von Paaren ohne Kinder liegen der Studie zufolge eher weiter vom westdeutschen Durchschnitt entfernt. Alleinerziehende, Paare mit älteren Kindern und insbesondere Rentner und Leistungsempfänger rücken näher zusammen. Ein "Vermögensgefälle" zwischen Ost und West besteht jedoch nach wie vor in den oberen Einkommensklassen. Die Arbeitslosigkeit ist immer noch deutlich höher als in Westdeutschland vor der Einheit.

Die Studie zeigt, dass "trotz des materiellen Anpassungsprozesses mehr Ostdeutsche mit ihrem Leben unzufrieden sind als Westdeutsche". Sie beurteilen ihre aktuelle Situation nicht im Vergleich zu ihrer vergangenen Situation, d. h. mit den Verhältnissen in der DDR in den 1980er Jahren, sondern im Vergleich zu ihrem überschätzten Wohlstandseindruck im Westen. „Was sie so schnell erreicht haben, wird von vielen unterschätzt, und was sie verloren haben, wird nostalgisch durch die rosarote Brille betrachtet."

Die Studie wurde im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Zeitung SUPERillu erstellt.

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