Normalen Pendlerrouten folgen oder abenteuerlustig sein?

Normalen Pendlerrouten folgen oder abenteuerlustig sein?
Normalen Pendlerrouten folgen oder abenteuerlustig sein?
Anonim

Es ist jeden Morgen das gleiche Dilemma: Nimmst du deine gewohnte Route mit ihren häufigen Staus oder versuchst du, schneller zur Arbeit zu kommen, indem du querfeldein fährst? Und hörst du auf die Ratschläge des Verkehrsinformationsdienstes oder machst du dir selbst Gedanken? Die niederländische Forscherin Enide Bogers hat untersucht, was wir eigentlich aus unserer eigenen Erfahrung lernen und was wir mit all den guten Ratschlägen machen, die wir erh alten. Wir scheinen zwar störrische Gewohnheitstiere zu sein, aber gute Verkehrsinformationen machen uns etwas abenteuerlustiger.

Verkehrsexperte Bogers hat untersucht, inwieweit Menschen ihre Entscheidungen auf Basis der erh altenen Informationen treffen.Sie fand heraus, dass die Probanden, die unterwegs viele Verkehrsinformationen erhielten, häufiger eine unzuverlässige, aber schnelle Route wählten. Die Probanden, die keine Informationen erhielten, entschieden sich dagegen häufiger für einen zuverlässigen, aber langsamen Weg. Es kann also nicht schaden, morgens das Autoradio einzusch alten. Je mehr Verkehrsinformationen die Fahrer in der Studie erhielten, desto mehr Zeit sparten sie.

In ihrer Studie bat Bogers 2500 Probanden vierzig Mal, eine von drei möglichen Routen zu wählen. Die erste Route war normalerweise sehr schnell (drei von vier Tagen), aber manchmal extrem langsam. Die zweite Route war sehr zuverlässig, aber langsam. Auf der dritten Route war die Fahrzeit innerhalb gewisser Grenzen völlig zufällig. Die Bereitstellung von Verkehrsinformationen scheint die Attraktivität unzuverlässiger Routen (eins und drei) zu erhöhen.

Gewohnheitstiere

Bogers untersuchte jedoch nicht nur den Einfluss der bereitgestellten Informationen, sondern auch, was die Probanden aus ihren Erfahrungen während des Experiments lernten.Auffallenderweise wurde die Rolle des gewohnheitsmäßigen Verh altens immer größer. Auch diejenigen, die viele Informationen erhielten, ließen ihre Entscheidungen im Laufe der Zeit immer mehr von der Gewohnheit bestimmen als von anderen Dingen wie den bereitgestellten Informationen oder der eigenen erworbenen Reisezeiterwartung. Tatsächlich scheint es, dass eine schlechte Fahrzeit auf einer gewöhnlichen Route besser bewertet wird als eine schlechte Fahrzeit auf einer alternativen Route. Viele Autofahrer wollen sich offenbar nicht damit abfinden, dass ihre bevorzugte Route nicht immer die beste ist.

Außerdem orientieren sich Reisende ohne Verkehrsinformationen bei ihrer Fahrzeiterwartung überwiegend an ihren jüngsten Erfahrungen. Diejenigen, die mit Verkehrsinformationen unterwegs waren, berücksichtigten jedoch ein viel breiteres Spektrum an Erfahrungen bei der Berechnung ihrer voraussichtlichen Reisezeit.

Trotz dieser eingefahrenen Gewohnheiten scheint die Nutzung von Verkehrsinformationen noch viele Möglichkeiten zu bieten. Sie kann nicht nur einzelne Fahrzeiten verkürzen, sondern auch dafür sorgen, dass normalerweise als unzuverlässig geltende Strecken häufiger genutzt werden.Verkehrsinformationen können daher Fahrzeugstunden verkürzen, was zu weniger Verkehr und weniger Umweltbelastung führt.

AMICI

Die Forschung von Enide Bogers ist Teil des AMICI-Programms (Advanced Multi-agent Information and Control for Integrated Multi-Class Traffic Networks), Teil des NWO-Stimulationsprogramms Traffic and Transport. Letztere zielt darauf ab, integriertes Wissen zu entwickeln und zu verbreiten, das auf innovative und ausgewogene Verkehrs- und Transportlösungen ausgerichtet ist. Dieses Wissen soll zu hochwertiger angewandter Forschung in Unternehmen und staatlichen Organisationen führen.

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