Einfacherer Zugang zu Medien durch Kinder erhöht das Risiko für die Beeinflussung zahlreicher Gesundheitsprobleme

Einfacherer Zugang zu Medien durch Kinder erhöht das Risiko für die Beeinflussung zahlreicher Gesundheitsprobleme
Einfacherer Zugang zu Medien durch Kinder erhöht das Risiko für die Beeinflussung zahlreicher Gesundheitsprobleme
Anonim

Da Kinder einen einfacheren Zugang zu Medien und eine größere Vielf alt an Inh alten haben, wird der mögliche negative Einfluss auf Gesundheitsthemen wie Sex, Drogen, Fettleibigkeit und Essstörungen erhöht und rechtfertigt eine Überwachung der Nutzung und gegebenenfalls eine Einschränkung des Zugangs zu einem Kommentar in der JAMA-Ausgabe vom 3. Juni, einer Themenausgabe zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Victor C. Strasburger, M.D., von der Medizinischen Fakultät der Universität von New Mexico, Albuquerque, präsentierte den Kommentar bei einem JAMA-Medienbriefing in New York.

Im Durchschnitt verbringen Kinder und Jugendliche täglich mehr als 6 Stunden mit Medien – mehr Zeit als im regulären Unterricht, schreibt Dr. Strasburger. Darüber hinaus haben US-Jugendliche einen beispiellosen Zugang zu Medien (zwei Drittel haben einen Fernseher in ihrem Schlafzimmer, die Hälfte hat einen Videorecorder oder DVD-Player, die Hälfte hat eine Videospielkonsole und fast ein Drittel hat einen Internetzugang oder einen Computer). was die elterliche Überwachung der Mediennutzung erschwert.

All dieser Medienzugriff hat laut Dr. Strasburger einen Einfluss auf eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen. „Die Medien sind nicht die Hauptursache für pädiatrische Gesundheitsprobleme in den Vereinigten Staaten, aber sie leisten einen wesentlichen Beitrag zu vielen Gesundheitsproblemen, einschließlich der folgenden.“

  • Gew alt - Die Forschung über Mediengew alt und ihre Beziehung zu realer Aggression ist umfangreich und überzeugend. Junge Menschen lernen ihre Einstellungen zu Gew alt schon in sehr jungen Jahren, und wenn sie einmal gelernt sind, lassen sich diese Einstellungen nur schwer ändern.Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass Mediengew alt mit 10 Prozent der Gew alt im wirklichen Leben in Verbindung gebracht werden kann.
  • Sex - Mehrere Längsschnittstudien haben die Exposition gegenüber Sex in den Medien mit einem früheren Beginn des Geschlechtsverkehrs in Verbindung gebracht. Die Medien stellen einen wichtigen Zugangspunkt für Informationen zur Geburtenkontrolle für Jugendliche dar; Die großen Sender sträuben sich jedoch weiterhin gegen die Ausstrahlung von Verhütungswerbung, während sie gleichzeitig beispiellose Mengen an sexuellen Situationen und Anspielungen in ihren Primetime-Programmen ausstrahlen.
  • Drogen - Das Miterleben von Raucherszenen in Filmen kann der wichtigste Faktor sein, der mit dem Rauchen bei Jugendlichen in Verbindung gebracht wird. Zudem können Jugendliche durch Alkohol- und Zigarettenwerbung stark beeinflusst werden. In den Vereinigten Staaten werden jährlich mehr als 20 Milliarden US-Dollar für Werbung für Zigaretten (13 Milliarden US-Dollar), Alkohol (5 Milliarden US-Dollar) und verschreibungspflichtige Medikamente (4 Milliarden US-Dollar) ausgegeben.
  • Adipositas - Die Mediennutzung ist in die aktuelle weltweite Epidemie der Fettleibigkeit verwickelt, aber es ist unklar, wie.Kinder und Jugendliche sehen schätzungsweise 7.500 Lebensmittelwerbung pro Jahr, die meisten davon für Junk Food oder Fast Food. Zu den Faktoren, die zu Fettleibigkeit beitragen, kann gehören, dass das Fernsehen die Essgewohnheiten verändert und die Mediennutzung aktivere körperliche Aktivitäten verdrängt.
  • Essstörungen - Die Medien leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bildung des Körperselbstbildes eines Heranwachsenden. Auf Fidschi ergab eine naturwissenschaftliche Studie an Mädchen im Teenager alter, dass die Prävalenz von Essstörungen nach der Einführung amerikanischer Fernsehprogramme dramatisch zugenommen hat.

Dr. Strasburger fügt hinzu, dass Netzwerkwerbung für Verhütungsmittel gefördert und Gesetze verabschiedet werden sollten, die jegliche Zigarettenwerbung in allen Medien verbieten und Alkoholwerbung auf Anzeigen beschränken, die nur das Produkt zeigen.

Aufklärung von Eltern, Lehrern und Ärzten über diese Themen ist notwendig, und die Aufklärung von Schülern über die Medien sollte in den Schulen obligatorisch sein.„Eltern müssen die Art und Weise ändern, wie ihre Kinder auf die Medien zugreifen – sie dürfen keine Fernsehgeräte oder Internetverbindungen im Kinderzimmer zulassen, die Unterh altungsbildschirmzeit auf weniger als 2 Stunden pro Tag begrenzen und gemeinsam mit ihren Kindern und Jugendlichen fernsehen. Untersuchungen haben gezeigt dass die mediale Wirkung deutlich verstärkt wird, wenn im Kinder- oder Jugendzimmer ein Fernseher steht."

Gleichzeitig können Medien eine außerordentlich positive Kraft sein, schreibt Dr. Strasburger. „Gew altfeindliche Einstellungen, Empathie, Kooperation, Toleranz gegenüber Menschen anderer Rassen und Ethnien, Respekt vor älteren Menschen – die Medien können stark prosozial sein.“Auch im Unterricht können Medien konstruktiver eingesetzt werden als mit herkömmlichen Lehrbüchern, z. B. zum Ansehen von Theaterstücken auf DVDs oder Dokumentationen historischer Ereignisse.

„Die Medien sind ein mächtiger Lehrmeister für Kinder und Jugendliche – die Frage ist nur, was sie lernen und wie es verändert werden kann? Wenn Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit Medien verbringen als in der Schule oder in der Freizeit -Zeitaktivität außer dem Schlafen, sollte viel stärker auf den Einfluss der Medien geachtet werden“, sagt Dr.Strasburger schließt ab.

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