Forensic Facial Composite Software effektiv bei polizeilichen Ermittlungen

Forensic Facial Composite Software effektiv bei polizeilichen Ermittlungen
Forensic Facial Composite Software effektiv bei polizeilichen Ermittlungen
Anonim

Die Entwickler der forensischen Gesichtsanalyse-Software EFIT-V beschreiben in der aktuellen Ausgabe des International Journal of Electronic Security and Digital Forensics ihre Funktionsweise und die jüngsten Erfolge bei Polizeidiensten in Großbritannien.

PhotoFIT- und Identikit-Tools zur Unterstützung der Polizei bei der Identifizierung von Verdächtigen anhand von Zeugenaussagen waren viele Jahre lang die Grundlage der Verbrechensbekämpfung. Noch heute verlassen sich die computergestützten Versionen dieser Tools jedoch auf die Rekonstruktion eines Gesichts aus halberinnerten und oft schlecht beschriebenen Merkmalen.

Laut Stuart Gibson von der University of Kent, Canterbury, und Kollegen dort und an der Open University, Milton Keynes, ist die Wirksamkeit dieses merkmalsbasierten Ansatzes grundlegend durch die Fähigkeit des Zeugen, sich zu erinnern und zu beschreiben, begrenzt der Verdächtige.In neueren Forschungsarbeiten entwickelten Gibson und Mitarbeiter jedoch einen neuen Ansatz, der es ermöglichte, das gesamte Gesicht auf viel intuitivere Weise nachzubilden. Die aus der Forschung des Teams entwickelte EFIT-V-Software wird jetzt von einer Reihe von Polizeidiensten im Vereinigten Königreich verwendet.

"Im Gegensatz zu herkömmlichen merkmalsbasierten Methoden nutzt der hier beschriebene Ansatz globale Gesichtsmerkmale des gesamten Gesichts und ermöglicht es einem Zeugen, plausible, fotorealistische Gesichtsbilder auf intuitive Weise zu erstellen", erklären Gibson und Kollegen.

Mit EFIT-V stellt der Bediener dem Zeugen einige sehr einfache Fragen zu Alter, Geschlecht, Gesichtsform und Frisur des Verdächtigen, den die Polizei zu identifizieren hofft, erklärt Gibson. Diese Informationen werden verwendet, um das EFIT-V-System zu initialisieren. In den folgenden Schritten wird dem Zeugen eine Reihe von computergenerierten Gesichtern gezeigt, aus denen er das Gesicht auswählen muss, das dem Verdächtigen am ähnlichsten ist. Varianten des ausgewählten Gesichts werden dann erzeugt und diese umfassen einen neuen Satz von Bildern, aus denen eine weitere Auswahl getroffen wird.

Eine gute Ähnlichkeit mit dem Verdächtigen lässt sich einfach durch mehrmaliges Wiederholen dieses Vorgangs erreichen. Dieser neue Ansatz, der effektiv eine Gesichtsähnlichkeit "entwickelt", greift auf die Fähigkeit einer Person zurück, ein Gesicht sofort zu erkennen, wenn sie es wiedersieht, was bekanntermaßen der menschlichen Fähigkeit überlegen ist, sich an ein Gesicht zu erinnern, das nur flüchtig gesehen wurde, sagen die Forscher.

Der Zeuge muss keine detaillierte mündliche Beschreibung des Gesichts abgeben, so dass eine langwierige und potenziell ermüdende Befragung vermieden werden kann.

Gibson und Kollegen weisen darauf hin, dass kontrollierte Studien, die vom britischen Innenministerium unterstützt wurden, zeigten, dass das System die gewonnenen nützlichen Informationen im Vergleich zu herkömmlichen Ansätzen verdoppeln konnte. Zwölf britische Polizeidienste nutzen das System jetzt erfolgreich.

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