Schädigt die Biokraftstoffpolitik die europäische Biodiversität?

Schädigt die Biokraftstoffpolitik die europäische Biodiversität?
Schädigt die Biokraftstoffpolitik die europäische Biodiversität?
Anonim

Aktuellen Schätzungen zufolge ist der Verkehr weltweit für etwa 25 % der energiebedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Während Biokraftstoffe als mögliches Mittel zur Reduzierung dieser Emissionen angesehen werden, werden sie im Hinblick auf wirtschaftliche Kostenvorteile und ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen heftig diskutiert.

Die EU fördert die Produktion von Biokraftstoffen und hat sich für alle EU-Mitgliedstaaten ein Ziel von 5,75 % Biokraftstoffanteil im Verkehrsbereich bis 2010 und bis 2020 ein Ziel von 10 % gesetzt Biokraftstoffpflanzen bestehen hauptsächlich aus allgemein bekannten Ackerkulturen wie Getreide, Mais oder Raps.Eine Erhöhung des Anteils dieser Pflanzen könnte zu einer Ausweitung der Anbauflächen und damit zu einer zunehmenden Belastung der Umwelt, dem Verlust von Lebensräumen und dem Rückgang der Biodiversität führen, insbesondere wenn Wälder, Grünland, Moore und Feuchtgebiete in Monokulturplantagen für den Anbau von Biokraftstoffen umgewandelt werden.

Die in der Entwicklung befindlichen sogenannten Biokraftstoffpflanzen der zweiten Generation, die aus Nonfood, lignozelluloseh altigen Materialien wie Holz, Energiegras oder anderen zelluloseh altigen Biomassen hergestellt werden, bieten eine Alternative. Die Auswirkungen ihrer Produktion auf die Biodiversität werden als weniger drastisch eingeschätzt als bei regulären Ackerkulturen.

Eine aktuelle Arbeit von Eggers et al. stellt eine neue Methode zur Bewertung der Auswirkungen auf die Biodiversität vor, die sich aus einer veränderten Landnutzung aufgrund der Produktion von Biokraftstoffpflanzen in Europa ergeben, wobei zwischen landwirtschaftlichen (erste Generation) und holzigen (zweite Generation) Pflanzenarten unterschieden wird. Insbesondere Eggers et al. Konzentrieren Sie sich auf zwei Fragen: (1) was passieren könnte, wenn wir das derzeitige EU-Biokraftstoffziel von 5 verdoppeln würden.75 % und (2) was passieren könnte, wenn wir das derzeitige Biokraftstoffziel abschaffen. Während Biodiversität als solche alle Lebensformen umfasst, wurde ihre Folgenabschätzung auf eine Reihe von 313 Arten beschränkt, die zu vier taxonomischen Gruppen gehören.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mehr Arten unter Lebensraumverlusten leiden könnten, anstatt von einem doppelten Biokraftstoffziel zu profitieren, während die Abschaffung des Biokraftstoffziels hauptsächlich positive Auswirkungen hätte. Die möglichen Auswirkungen variieren jedoch räumlich und hängen von der Wahl der Biokraftstoffpflanze ab, wobei Gehölze weniger schädlich sind als Ackerkulturen. Die Ergebnisse geben einen Hinweis für Politik und Entscheidungsträger, was mit der Biodiversität unter einer veränderten Biokraftstoffpolitik in der Europäischen Union passieren könnte. Der vorgestellte Ansatz gilt als innovativ, da bisher keine vergleichbare Politikfolgenabschätzung auf eine so große Anzahl von Schlüsselarten auf europäischer Ebene durchgeführt wurde.

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