Marschieren im Takt desselben Schlagzeugers verbessert die Teamarbeit

Marschieren im Takt desselben Schlagzeugers verbessert die Teamarbeit
Marschieren im Takt desselben Schlagzeugers verbessert die Teamarbeit
Anonim

Armeen trainieren im Gleichschritt. Religionen auf der ganzen Welt integrieren viele Formen des Singens und Singens in ihre Rituale. Die Bürger singen vor Sportveranst altungen die Nationalhymne. Warum beteiligen wir uns an diesen verschiedenen synchronisierten Aktivitäten? Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht wurde, legt nahe, dass Menschen, die sich gemeinsam an synchronen Aktivitäten beteiligen, eher dazu neigen, mit anderen Gruppenmitgliedern zusammenzuarbeiten.

Die Psychologen Scott S. Wiltermuth und Chip Heath von der Stanford University führten eine Reihe von Experimenten durch, um zu sehen, wie sich synchrone Bewegungen auf Gruppeninteraktionen auswirken.Im ersten Experiment gingen zwei Gruppen von Freiwilligen über den Campus – eine Gruppe wurde angewiesen, normal zu gehen, und die andere Gruppe wurde angewiesen, im Gleichschritt zu gehen. Nach den Spaziergängen nahmen die Freiwilligen an einem Wirtschaftsspiel teil, das die Erwartungen an die Zusammenarbeit misst – je mehr die Freiwilligen kooperieren, desto größer die Auszahlung, die sie am Ende des Experiments erh alten würden.

Im zweiten Experiment hörten Freiwillige Musik über Kopfhörer und mussten Tassen im Takt der Musik hin und her bewegen. Die Freiwilligen wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt, sodass einige der Gruppen die gleiche Musik hörten und somit ihre Becher synchron bewegten. In den anderen Gruppen hörten die Freiwilligen Musik in unterschiedlichen Tempi, sodass ihre Bewegungen nicht synchronisiert waren. Darauf folgte wieder ein Wirtschaftsspiel, bei dem mehr Zusammenarbeit zu einer größeren Auszahlung führen würde. Dieses letzte Spiel wurde so konzipiert, dass Spieler Token in ein öffentliches Konto einzahlen oder die Token für sich selbst beh alten konnten.Die allgemeine Wirtschaftsstrategie in diesem Spiel besteht darin, sich egoistisch zu verh alten, indem man seine Token auf einem privaten Konto aufbewahrt und gleichzeitig die Beiträge anderer zum öffentlichen Konto ausnutzt.

Die Ergebnisse zeigten, dass Synchronität die Zusammenarbeit fördert - selbst wenn alle Freiwilligen finanzielle Anreize zur Zusammenarbeit hatten, waren die Freiwilligen aus den synchronisierten Gruppen während der Spiele tendenziell kooperativer (und verdienten am Ende mehr Geld) als die Freiwilligen aus Gruppen, die sich asynchron bewegt hatten. Und noch interessanter, im letzten Wirtschaftsspiel waren die Teilnehmer aus den synchronisierten Gruppen eher bereit, Token auf das öffentliche Konto zu spenden und ihr eigenes Geld zu opfern, um ihrer Gruppe zu helfen. Darüber hinaus berichteten Freiwillige aus den synchronen Gruppen von einem größeren Gefühl, im selben Team zu sein. So kooperierten die synchronen Teilnehmer während der Spiele zum Teil deshalb, weil sie sich als Teil eines Teams fühlten.

Gesellschaften sind auf die Zusammenarbeit ihrer Mitglieder angewiesen, um zu gedeihen und erfolgreich zu sein.Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass kulturelle Praktiken, die Synchronität beinh alten (wie Tanzen, Singen oder Marschieren), es Gruppen ermöglichen können, Mitglieder hervorzubringen, die kooperativ und bereit sind, persönliche Opfer zum Wohle der Gruppe zu bringen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass "Synchronitätsrituale daher einigen kulturellen Gruppen einen Vorteil in der gesellschaftlichen Evolution verschafft haben könnten und dazu geführt haben, dass einige Gruppen dort überleben, wo andere gescheitert sind."

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