Klinische Studien: Ungünstige Ergebnisse bleiben oft unveröffentlicht

Klinische Studien: Ungünstige Ergebnisse bleiben oft unveröffentlicht
Klinische Studien: Ungünstige Ergebnisse bleiben oft unveröffentlicht
Anonim

Studien, die einen positiven Behandlungseffekt zeigten, oder solche mit wichtigen oder auffälligen Ergebnissen, wurden mit viel größerer Wahrscheinlichkeit in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht als solche mit negativen Ergebnissen, wie eine neue Übersichtsarbeit der Cochrane Library herausgefunden hat.

"Diese Publikationsverzerrung hat wichtige Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Wenn nicht sowohl positive als auch negative Ergebnisse aus klinischen Studien zur Verfügung gestellt werden, ist es unmöglich, eine faire Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit eines Arzneimittels vorzunehmen", sagt die leitende Forscherin Sally Hopewell des UK Cochrane Centre in Oxford, UK.

Das internationale Forscherteam führte eine systematische Überprüfung aller bestehenden Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet durch.Sie zeigten nicht nur, dass negative Ergebnisse seltener veröffentlicht wurden, sondern stellten auch fest, dass es bei einer Veröffentlichung dieser Ergebnisse zwischen einem und vier Jahren länger dauern würde, bis sie in Fachzeitschriften erscheinen, als Studien mit positiven Ergebnissen.

Ergebnisse aus einer der fünf Studien in der Übersicht deuteten darauf hin, dass die Ermittler und nicht die Redakteure schuld sein könnten. Die häufigsten Gründe für die Nichtveröffentlichung waren, dass die Ermittler ihre Ergebnisse für nicht interessant genug hielten oder keine Zeit hatten. "Die Registrierung aller Protokolle klinischer Studien vor Beginn sollte es einfacher machen, festzustellen, wo uns Ergebnisse fehlen", sagt Kay Dickersin von der Johns Hopkins University in B altimore, USA, ein weiterer Forscher an diesem Projekt.

Eine der anderen Forscherinnen, Kirsty Loudon, mit Sitz in Schottland, fügt hinzu: „Die Registrierung von Studien und deren Ergebnisse würde Menschen helfen, die systematische Übersichtsarbeiten durchführen, um sowohl veröffentlichte als auch unveröffentlichte Beweise zu prüfen und zuverlässige Schlussfolgerungen zu ziehen.“

Die Forscher sagen, dass ihre Studie auch die Notwendigkeit einer weltweiten Verpflichtung zur Offenlegung der Ergebnisse klinischer Studien hervorhebt. Mike Clarke vom Trinity College Dublin in Irland sagt: „Die Weltgesundheitsorganisation fand kürzlich breite Unterstützung für die Entwicklung eines solchen Prozesses.“

Andy Oxman vom norwegischen Wissenszentrum für Gesundheitsdienste kommt zu dem Schluss: "Entscheidungen im Gesundheitswesen müssen auf allen Beweisen beruhen, nicht nur auf den aufregendsten Ergebnissen."

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