Beabsichtigter Effekt von Gewerbegebieten ist minimal, Studienergebnisse

Beabsichtigter Effekt von Gewerbegebieten ist minimal, Studienergebnisse
Beabsichtigter Effekt von Gewerbegebieten ist minimal, Studienergebnisse
Anonim

In den letzten Jahren haben politische Entscheidungsträger Milliarden in große Gewerbegebiete investiert, mit der Idee, dass die Organisation von Unternehmen und Universitäten in geografischen Clustern strategische Allianzen und Innovationen fördern würde. Für die Pharmaindustrie gilt das aber sicher nicht, wie Sandra Phlippen herausfand.

Die räumliche Nähe zwischen Organisationen spielt eine viel geringere Rolle als erwartet, wenn es darum geht, Zugang zu wertvollem externem Wissen über neue Medikamente zu erh alten. Am Mittwoch, 5. November 2008, verteidigt Phlippen ihre Dissertation Come close and co create. Nähe in pharmazeutischen Innovationsnetzwerken, an der Erasmus-Universität Rotterdam, Niederlande.

Für ihre Dissertation untersuchte Sandra Phlippen, wie sich unterschiedliche Formen der Nähe zwischen Organisationen auf ihre Fähigkeit zur strategischen Zusammenarbeit auswirken, die in den letzten Jahren in der pharmazeutischen Industrie immer wichtiger geworden ist. Früher wurden neue Medikamente meist von den Labors der großen Pharmakonzerne herausgebracht, aber deren lange Zeit der Vorherrschaft ist endgültig vorbei.

Der Mangel an erfolgreichen internen Arzneimitteln, das Auslaufen von Patentrechten auf vergangene Erfolge und schließlich die enorme Verbreitung alternativer Technologien für die Entwicklung von Arzneimitteln haben Pharmaunternehmen dazu veranlasst, Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit externen Partnern zu prüfen. Daher entstehen Innovationen in der biopharmazeutischen Industrie im Allgemeinen durch Partnerschaften zwischen Biotech-Unternehmen, Universitäten und pharmazeutischen Unternehmen.

Phlippen unterschied in ihrer Forschung zwischen dem Effekt der Co-Location (geografische Nähe), dem Effekt der Einbettung in ein Netzwerk (relationale Nähe) und dem Effekt, sich in einem gemeinsamen Wissensfeld zu befinden (kognitive Nähe).Sie stellte fest, dass die Wirkung der geografischen Clusterung trotz vieler Milliardeninvestitionen in den Aufbau von Gewerbegebieten für Unternehmen und Universitäten sehr begrenzt ist.

„Für Organisationen ist es viel wichtiger, auf der Grundlage früherer strategischer Partnerschaften in (oftmals internationale) Netzwerke „eingebettet“zu sein. Neue Partnerschaften für die Entwicklung von Medikamenten sind in erster Linie darauf zurückzuführen, dass beide Organisationen einen gemeinsamen Partner haben, mit dem sie in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben. Entscheidend ist also nicht, wo man ist, sondern wen man kennt“, erklärt Sandra Phlippen.

Sobald eine Kooperationspartnerschaft zwischen zwei Organisationen aufgebaut wurde, ist es wichtig, dass es genügend Gemeinsamkeiten gibt, dh Überschneidungen. Wissen zwischen ihnen. Gleichzeitig darf die Zahl der externen Partnerschaften nicht zu groß sein, denn das Wissen über neue Medikamente ist so komplex, dass der Wissenstransfer zwischen zwei Organisationen erfordert, dass dieselben Forscher sowohl an externen als auch an internen Projekten arbeiten.Nur unter dieser Voraussetzung kann extern erworbenes Wissen erfolgreich intern angewendet werden.

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